«Die japanische Faltkunst inspirierte mich»

Samuel Blaser, seit fünf Jahren Inhaber und Geschäftsführer der Schreinerei Spicher, spricht im Interview über das neuste Produkt im Sortiment des Aargauer Unternehmens.

Bild: Ruben Hollinger

Samuel Blaser, Sie sind seit fünf Jahren Inhaber und Geschäftsführer der Schreinerei Spicher. Was sind Ihre ersten Erinnerungen an Holz?
Ich erinnere mich an Vaters grosse Brennholzstapeln in unserem Garten hinter dem Haus. Sie übten eine grosse Faszination auf mich aus, als ich ein kleiner Bub war. Später habe ich mit Kollegen leidenschaftlich Baumhütten und Skateboard-Rampen gebaut. Wir hatten immer eine Werkstatt zu Hause und ich habe früh angefangen, mit Holz zu arbeiten.

Von wo bezieht die Schreinerei Spicher das Holz, das sie weiterverarbeitet?
Unser Massivholz kommt zum grössten Teil aus Schweizer Wäldern, von Sägereien, mit denen wir eine langjährige Zusammenarbeit pflegen. Wir unterstützen die Forstwirtschaft in unserem Land und wollen die Lieferwege minimieren.

Welche Materialien setzen Sie nebst Massivholz gerne ein?
Wir arbeiten mit reinen Materialien, die leicht in den Kreislauf rückgeführt werden können. Rohstahl, Stein oder Keramik erzeugen in Kombination mit Holz einen angenehmen Kontrast und ergänzen es auf optimale Weise. Unsere Spezialität im Küchenbau ist die Verwendung von unifarbenem Linoleum. Das weiche Naturprodukt strahlt die Wärme von Holz aus und bietet mit seiner einzigartigen Haptik, der matten Oberfläche und der breiten Farbauswahl viele zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten.

Bild: Patrik Fuchs

Gibt es ein neues Produkt in Ihrer Kollektion?
Unser Tisch «Origami» aus einem geschliffenen und gewachsten Nussbaumbrett und gefaltetem, massivem Stahlblech ist das neuste Produkt unserer Kollektion. Das Ausstellungsmodell wurde erst vor Kurzem fertiggestellt und kann in unserem Showroom besichtigt werden.

Was ist die Besonderheit an dem neuen Tisch?
Im vergangenen Frühling reiste ich mit meiner Familie drei Wochen durch Japan und war fasziniert von der Tradition der Papierfaltkunst. Sie inspirierte mich zur Umsetzung der Tischbeine, die aus gefaltetem Rohstahl geschmiedet wurden. Die massive Tischplatte haben wir aus hundertjährigem Schweizer Nussbaum gefertigt. Diese Kombination aus den zwei reinen Materialien und den spannungsvollen Formen harmoniert auf einzigartige Weise. Jedes Modell ist ein Unikat und wird individuell von uns hergestellt. Der Prototyp steht bei mir zu Hause und bewährt sich sehr gut als Esstisch.

In welchem Umfeld sehen Sie den «Origami»-Tisch?
Der Tisch wirkt in einem grosszügigen Umfeld im privaten oder im geschäftlichen Rahmen besonders gut. Markante Stuhlmodelle ohne Armlehne, mit schlanken, filigranen Beinen, die das unkonventionelle Fussgestell gut zur Geltung bringen, passen dazu.

Bild: Patrik Fuchs

Haben Sie einen Tipp zur Pflege von Massivholztischen?
Alle unsere Tische sind naturgeölt. Das Holz sollte ein- bis zweimal pro Jahr mit Pflegeöl nachbehandelt und trocken poliert werden. Im alltäglichen Gebrauch empfehlen wir, den Tisch mit einem Baumwolltuch feucht – wenn nötig mit etwas Seife – sorgfältig abzuwischen. Keinesfalls sollten Mikrofasertücher verwendet werden, weil diese den Poren das Öl entnimmt.

Was steht als Nächstes an bei der Schreinerei Spicher?
Am Samstag, 28. Oktober, findet bei uns im Showroom in Brugg die Hausmesse mit unserem traditionellen Spicher-Brunch statt. Dort können der neue Tisch und andere Highlights unserer Kollektion betrachtet werden. Und wir freuen uns bereits jetzt, auch im nächsten Frühling an der Giardina in Zürich präsent zu sein.

spicher.ch

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