Aus der Feder von Jungtalenten

Aus der Feder von Jungtalenten

Schlossberg x HSLU

Die Gewinnerinnen des Kooperationsprojekts «Somnia» von Schlossberg und der Hochschule Luzern stehen fest. Wir haben mit den drei Studentinnen über ihre Erfahrung gesprochen.

Hanna Egger (links im Bild) und Laura Schwyter (rechts im Bild) haben im Rahmen des Kooperationsprojekts das Team «Dive» geformt. Beide sammelten vor Studiumsantritt praktische Erfahrung in unterschiedlichen Branchenzweigen – Hanna absolvierte ein Praktikum in einer Wollspinnerei in Irland, Laura eine Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin. Von den Textildesignstudentinnen schaffte es nicht nur ein Entwurf in die Top 3, sondern gleich beide. 

Hanna und Laura: Beide eurer Entwürfe konnten die Teilnehmer des Onlinevotings überzeugen – gratuliere! Erzählt uns mehr zu eurer Inspirationsquelle für die Designs.
HE Wir wollten das Gefühl des Tauchens vermitteln, denn im Tauchvorgang haben wir Parallelen zur Welt des Träumens gesehen. Das Gefühl einer schwerelosen Welt, in der Zeit keine Rolle spielt und es viel Raum für Fantasie gibt. Diese Assoziationen wollten wir in unsere Entwurfsarbeit mitnehmen.
LS Dazu haben wir drei Themenwelten erschaffen, die uns durch den Designprozess geleitet haben und aus denen die zwei finalen Entwürfe entstanden sind.

Wie lief euer Entwurfsprozess ab?
LS Wir sind mit spielerischer Entdeckungslust und sehr experimentell an die Arbeit herangegangen. Wir haben uns quasi vom Prozess selber leiten und verleiten lassen. Wichtig war uns vor allem, Freude am Gestalten zu haben und dass diese Freude sich auch in den Entwürfen widerspiegelt.
HE Durch die experimentelle Vorgehensweise entstand sehr viel Material, sodass auch das Kuratieren sehr wichtig wurde. Den einen oder anderen «Darling» mussten wir killen.

Habt ihr zum ersten Mal ein solches Projekt realisiert?
HE Im ersten Studienjahr durften wir einen ähnlichen Gestaltungsprozess durchlaufen und konnten daher auch auf Erkenntnisse und Erfahrungen zurückgreifen. Im Unterschied zu bisherigen Projekten haben wir mit «Somnia» einen Realitätsbezug erleben dürfen, was eine grosse Bereicherung ist. 

Eine neue Erfahrung, bei der ihr vom Textilunternehmen Schlossberg unterstützt wurdet. Was schätzt ihr an der Marke, und was habt ihr aus dem gemeinsamen Projekt gelernt?
LS Uns gefällt der handschriftliche Duktus von Schlossberg, und wir wollten diesen unbedingt in unsere Designsprache aufnehmen. Dadurch wird die Zeit, die man für das Zeichnen investiert hat, auch im finalen Entwurf sichtbar. Aus dieser Erfahrung haben wir gelernt, wie wichtig es ist, ein Design auf eine Zielgruppe auszurichten. Weiter wurde uns bewusst, dass bei der Wahl der Motive darauf geachtet werden muss, was von den Endkunden ohne Hintergrundwissen verstanden wird. 

Was sind die nächsten Schritte?
HE Wir freuen uns sehr, dass wir das Shooting der Kollektion mitgestalten dürfen und somit die Möglichkeit haben, auch den Prozess nach dem Entwerfen kennen zu lernen.

Yvee Nogara (im Bild) absolvierte eine Lehre als Polydesignerin 3D, nachdem sie ihre schulische Grundbildung an der Kunst- und Sportschule Zürich abgeschlossen hatte. Sur Dossier bestand sie schliesslich die Aufnahmeprüfung für den Studiengang Textildesign an der Hochschule Luzern (HSLU), wo sie nun im 4. Semester studiert. Mit ihrem abstrakten Design «Untitled» schaffte es die Studentin auf den zweiten Platz. 

Yvee, an erster Stelle mal: herzlichen Glückwunsch! Hast du damit gerechnet, unter den Favoriten zu sein?
Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht darüber, dass mein Entwurf umgesetzt wird – aber ich freue mich natürlich riesig! Es ist eine grosse Ehre, dass Schlossberg mein Design produzieren wird.

Dein Entwurf «Untitled» ist sehr abstrakt, im Sortiment von Schlossberg hingegen findet man eher klassischere Muster. Eine mutige Herangehensweise.
Die bestehende Schlossberg-Kollektion gab mir den Ansporn für mein Motiv. Ich entwarf bewusst etwas Reduziertes und Grafisches. Diese gewisse Radikalität ist ein Gegenpool zum aktuellen Sortiment. 

Was diente dir als Inspiration?
«Less is more», das Zitat von Mies van der Rohe, begleitet mich immer in meinen Designprozessen. Ich versuchte, durch meine experimentelle Arbeitsweise neue Sinneswelten zu erkunden, die eine neugierige, designaffine Zielgruppe ansprechen sollen. Ausserdem entspricht das Design meiner eigenen zeitgenössischen Interpretation von Bettwäsche.

Du hast mit diversen Mustern experimentiert. Weshalb wurde ausgerechnet «Untitled» ausgewählt?
Anfänglich kreierte ich drei Designwelten: zerknüllte Papierstrukturen, malerische Collagen und eine monochrone Linienführung. Das Designteam von Schlossberg hat sich schliesslich für das lineare Motiv entschieden. 

Wie war die Zusammenarbeit mit Schlossberg?
Sehr spannend. Es war aufregend, für eine so traditionsreiche Firma entwerfen zu können – vor allem im Wissen um die hochwertige Qualität und Verarbeitung ihrer Bettwäsche. Das von Schlossberg entgegengebrachte Vertrauen schätze ich sehr, genauso die Unterstützung der Dozenten.

 

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