Kitsch und Krieg

Auf den ersten Blick löst das Foto Verwunderung und Bewunderung für das Schöne aus. Wird man sich jedoch bewusst, dass hinter der Oberfläche das pure Grauen steckt, bleiben nur noch Zwiespalt und Hilflosigkeit. Genau so wirken die Fotografien von Richard Mosse (*1980), einem irischen Dokumentarfotografen, der mit seinen Aufnahmen in Krisen- und Kriegsgebieten internationales Renommee erlangt hat. Am bekanntesten sind seine Fotografien aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo, einer von Krieg gebeutelten Region. Sie zeigen Kindersoldaten, zerstörte Häuser und Landschaften – mit sattem Pink bizarr verfremdet. Krieg wird zu Kitsch, und dies dank Infrarotfilmen. Diese Analogfilme wurden in den 40er-Jahren von Kodak und dem amerikanischen Militär entwickelt, mit dem Ziel, feindliche Verstecke sichtbar zu machen. Als Richard Mosse 2009 erfuhr, dass Kodak die Produktion dieser Infrarotfilme einstellen werde, entschied er sich, einmal mit dieser aussterbenden Technologie zu arbeiten.
Nun zeigt die Fondazione MAST in Bologna noch bis zum 19. September die erste Retrospektive über Richard Mosse, Displaced, die unter anderem die Infrarot-Serie zeigt. Dieses Foto, Platon, wurde 2012 im Kongo aufgenommen und stammt aus der Sammlung von Jack Shainman.
mast.org, richardmosse.com

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