40 Jahre Memphis

Schrill, bunt, verrückt und völlig unkonventionell. So kann man die Designbewegung Memphis, eine der spannendsten des 20. Jahrhunderts, auf den Punkt bringen. Nun widmet ihr das Vitra Design Museum eine Jahresausstellung.

Sie waren jung, wild und wollten dem vorherrschenden strengen Funktionalismus etwas entgegensetzen. Die Designergruppe um den Gründer Ettore Sottsass (ganz rechts) zelebrierte das freie Experimentieren, den Bruch mit geradlinigen Formen und das Spielerisch-poetische im Design. Gegründet wurde die Bewegung im Winter 1980/81, obwohl die einzelnen Mitglieder bereits in den 70er-Jahren aktiv gewesen waren und diverse Ausstellungen initiiert hatten. Den endgültigen Durchbruch feierte Memphis 1982, als Karl Lagerfeld seine Wohnung in Monte Carlo mit Memphis-Möbeln einrichtete. Der Modezar liebte den völlig neuen, frechen Look der comicartigen Einrichtungsobjekte. Zu den bekanntesten Stücken, die heute übrigens astronomische Preise in Auktionen erzielen, gehören das Regal «Carlton» von Ettore Sottsass, der Stuhl «First» von Michele de Lucchi (Dritter von rechts) oder die Leuchte «Super» von Martine Bedin (Zweite von rechts). Das Bett «Masanori» im Foto stammt von Umeda Tawaraya, der allerdings nur für kurze Zeit Mitglied der Bewegung war.
Die Ausstellung «Memphis. 40 Jahre Kitsch und Eleganz» in der Vitra Design Museum Gallery zeigt nicht nur Produkte, sondern auch Zeichnungen, Skizzen, Fotografien und Einzelstücke, darunter beispielsweise die Einrichtungsskizzen von Nathalie du Pasquier (Mitte hinten). Die Ausstellung ist noch bis Ende Januar 2022 zu sehen.
design-museum.de

 

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