Ein Sessel mit vielen Gesichtern

Ein Sessel mit vielen Gesichtern

Loungesessel «Let», Fritz Hansen

Fritz Hansen arbeitet erstmals mit Sebastian Herkner zusammen. Entstanden ist ein wandelbarer Loungesessel mit nachhaltiger Innovationskraft.

Die ikonischen Entwürfe von Fritz Hansen waren einst mit ein Grund für Sebastian Herkner, sich für ein Studium in Produktdesign zu entscheiden. Nun reiht sich sein Entwurf «Let» in die umfangreiche Kollektion des dänischen Möbelproduzenten ein. Die Zusammenarbeit mit dem international bekannten Unternehmen kommt nicht von ungefähr, sondern entwickelte sich nachhaltig über mehrere Jahre hinweg.
«Ich überlege mir immer sehr ausführlich, mit welchem Designer ich an welchen Produkttypen arbeite», erläutert Christian Andresen, Head of Design bei Fritz Hansen. Auch in das Briefing investiert er jeweils viel Denkarbeit. Die Vorgabe, einen leichten, offenen und weichen Sessel für eine Leseecke zu gestalten, war an viele Bedingungen geknüpft. Das weckte die Neugierde von Sebastian Herkner. «Einen Sessel zu gestalten, der eine klar definierte Nische bedient und die DNA von Fritz Hansen beinhaltet, aber gleichzeitig auch visionäre Ansätze aufzeigt und auf wirtschaftliche Aspekte abgestimmt ist – das ist eine grosse Verantwortung», führt er aus. Mit seinem Entwurf ist es ihm gelungen, die vielseitigen Anforderungen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzuführen. Der Loungesessel «Let» zeichnet sich besonders durch seine zweiteilige Sitzschale aus. Das grosszügig geschwungene Rückenteil leitet sich aus der typischen Formensprache der hochwertigen Möbel von Fritz Hansen ab (siehe Box auf S. 103).
Die flügelähnliche Lehne ist funktional und zugleich emotional gestaltet: Sie legt sich wie eine Umarmung um den Sitzenden, ohne dabei eine starre Sitzposition zu forcieren. Deshalb bietet sich der Sessel für verschiedenste Anwendungen an. «Unsere Produkte haben es immer wieder geschafft, sowohl im öffentlichen Bereich wie auch in Wohnsituationen zu funktionieren», erzählt Christian Andresen. Das ist Fritz Hansen erneut gelungen. Denn obwohl das Produkt ursprünglich für den Objektbereich entwickelt wurde, stösst «Let» auch auf Interesse im Wohnbereich. Andresen arbeitete bereits früh im Prozess darauf hin und bat Sebastian Herkner darum, mit unterschiedlichen Untergestellen zu arbeiten. Während sich das Fussgestell aus recyceltem Metall ideal für stark frequentierte Bereiche im öffentlichen Raum eignet, strahlt die Massivholzkonstruktion Wohnlichkeit aus. Darüber hinaus steckte der Head of Design von Fritz Hansen die Ziele auch punkto Nachhaltigkeit hoch. Von Beginn weg verfolgte er die Absicht, beim Bezug des Polstermöbels komplett auf Klebstoffe zu verzichten. Denn bis anhin wurden Textilien vorwiegend mit Sprühkleber auf dem Schaumstoff fixiert, besonders bei komplexeren Formen.

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Unternehmen
Fritz Hansen wurde 1872 vom gleichnamigen Möbelschreiner in Kopenhagen gegründet. Dieser experimentierte mit Bug- und Formholz und verhalf dem Unternehmen damit zu einem Namen in Skandinavien. Der dänische Möbelhersteller beauftragte im Lauf der Zeit namhafte Architekten und Designer wie Hans J. Wegner, Arne Jacobsen, Poul Kjærholm, Verner Panton, Cecilie Manz, Piero Lissoni oder Jaime Hayon. Besonders die skulpturalen, weich geformten Entwürfe von Jacobsen, Panton oder später Hayon verhalfen Fritz Hansen zu weltweiter Bekanntheit. Heute werden neben klassischen und modernen Möbeln auch Leuchten und Accessoires vertrieben.
fritzhansen.com

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