Vom Zollhaus zum idyllischen Gästehaus

Im zauberhaften Malcantone liegt ein charmantes Bed & Breakfast. Die Ruhe und die auserlesenen Vintage-­Möbel machen die Vecchia Dogana zur stimmungsvollen Oase.

Beschaulicher geht es fast nicht: Das ockerfarbene, zweiflüglige Gebäude mit taubengrauen Jalousien liegt inmitten einer üppigen Vegetation und trumpft mit einem lauschigen, natürlichen Garten auf. Die Strasse, die vom Dörfchen Astano in wenigen Minuten zum Bed & Breakfast führt, endet ein paar Meter hinter dem Haus. So gleitet nur ab und an ein Auto vorbei, ansonsten sorgen Vögel und Grillen für eine beruhigende Geräuschkulisse.

Bild: Petra Rainer, Paolo Abate

Einst ging es hier weniger entspannt zu und her. Damals war die Vecchia Dogana eine wichtige Zollstation – nur wenige Minuten sind es bis zur italienischen Grenze. So herrschte tagein, tagaus Hochbetrieb. Waren wurden hin und her transportiert. Nicht immer auf legalem Weg – die Strecke war lange eine beliebte Schmugglerroute. Ende der 1940er-Jahre war Schluss mit der Zollstation und es wurde still ums Haus. Danach diente die Liegenschaft einige Zeit als Ferienresidenz für Bundesangestellte, bevor sie in Privatbesitz überging und über die Jahre immer mehr Patina ansetzte.

Bild: Petra Rainer, Paolo Abate

Bis Elisabetta Lazzaroni und ihr Partner Donato Di Blasi das heruntergekommene Haus aus dem 19. Jahrhundert entdeckten. Die Tessinerin, die als junge Frau in Bellinzona die Hotelfachschule absolviert hatte, träumte schon seit eh und je von einem Bed & Breakfast. Nach beruflichen Stationen in Paris, London und Barcelona zog es sie wieder ins Tessin, wo sie während zehn Jahren für das Locarno Film Festival tätig war.

 

Bild: Petra Rainer, Paolo Abate

 

Gleichzeitig verlor sie ihren Traum nie aus den Augen und legte über die Jahre einen Fundus an Vintage-Design an, den sie an diversen Hotelliquidationen im ganzen Tessin erstand – so etwa im ehemaligen Hotel Milano in Faido. Immer mit der Vision vor Augen, eines Tages die passende Location dafür zu finden.

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