13

Konzept
Jeden Monat suchen wir Die zündende Idee, also eine Leuchte, von Schweizer Designstudenten. Das Starterkit ist für alle dasselbe: eine Glühbirne samt Fassung, ein 3  m langes Kabel und 30 Franken Materialgeld. Zusätzlich verwendete Recyclingmaterialien und bestehende Werkzeuge, Farben etc. sind erlaubt.

Kostenaufstellung
Blech 2.—
Sprühfarbe 5.—
Diverse Papiere 5.—
Schrauben 0.50
Dichtungsringe 0.50

Total CHF 13.—
Louis Parzefall und Jens Rossell mögen Heraus­forderungen. Deshalb ­setzten sie sich das Ziel, einen Entwurf zu kreieren, den sie innert 24 Stunden produzieren können und der ökonomisch ist.
Möglichst wenig Materialkosten, Arbeitsaufwand und Produktionszeit sollte die Produktion der Leuchte «13» umfassen. Ein Ansatz, der zeigt, dass Louis und Jens nicht nur kreativ, sondern auch wirtschaftlich denken. 

Die Idee
«Zu Beginn des Projekts erweiterten wir die Rahmenbedingungen mit eigenen Vorgaben», schildern die Studenten. Ihr Ziel war es, die 30 Franken Materialgeld als Verkaufspreis anzustreben und, um einen möglichst grossen fiktiven Gewinn zu erzielen, minimal darauf zurückzugreifen. Ausserdem sollte das Modell in 24 Stunden und mit möglichst wenig Material und Bearbeitungstechniken gefertigt werden. Weiter legten die beiden fest, dass sie eine Wandleuchte konzipieren wollten, die auch in einer Ecke montiert werden kann und somit flexibel ist. «Auf der Suche nach einem Gestaltungsansatz fanden wir uns in der philosophischen Literatur über die Dualität von Licht und Schatten wieder», sagen Louis und Jens. Von diesem Moment an legten sie ihr Hauptaugenmerk auf die Interaktion zwischen dem Betrachter und der Lichtquelle im Raum. Die Benutzer sollten nämlich die Möglichkeit haben, Licht und Schatten so zu beeinflussen, dass für sie harmonische Verhältnisse und «Grauzonen» entstehen. 

Der Prozess
«Diese Grauzone – die Schnittmenge aus Licht und Schatten – wird durch zwei Papierschirme erzeugt», präzisieren Louis und Jens. Die Schirme werden am Ende der schwenkbaren Arme, die aus abgekanteten Blechen bestehen, magnetisch festgehalten. Dank dieser Bauweise können verschiedenste, selber ausgewählte Papiere verwendet werden, die beliebige Licht- und Schattenbilder sowie persönliches Ambiente schaffen. Ein ebenfalls wichtiges, gestalterisches Detail ist das Kabel: Dieses hängt sichtbar mit wenigen Zentimetern Abstand von der Wand herunter. «Die Leuchte macht so den Eindruck zu schweben und vermittelt ein Gefühl von Leichtigkeit», fügen die angehenden Industriedesigner an. Mit «13» – eine Anspielung auf die Materialkosten – haben die beiden bewiesen, dass individualisierbare Produkte auch ökonomisch durchaus interessant sein können.

Studierende
Louis Parzefall, 21
Jens Rossell, 31

Schule
Die Industrial-Design-Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel erwerben im Rahmen des Bachelor of Arts in Produkt- und Industriedesign wie auch im Masterstudio Design mit Vertiefung Industrial Design Kompetenzen für die selbstständige, kritische Entwurfsarbeit.
fhnw.ch/hgk

Neueste Artikel

«Ganzheitliche Planung und fachgerechte Umsetzung»

Tobias Franzke, als Terrassengestalter und ­Geschäftsführer bei Silvedes haben Sie Kundenkontakt, leiten Projekte und können gleichzeitig die Zukunft der...

Neues aus der Branche

Events, Branchenköpfe, Wissenswertes: Erste Design Week Zürich, KWC öffnete Tür und Tor & Waldis Art of Living heisst neu Colombo

Sessel und Sofa von der Möbelmesse Mailand

Back to normal — beinahe zumindest. Statt im April traf sich die Design­branche in diesem Jahr erst im Juni. Nicht nur die Temperaturen liessen kaum jemanden kalt: Neben trendigen Neuauflagen und interessanten ­Innovationen entfachte besonders auch das persönliche ­Wiedersehen neues Feuer.

Weitere Artikel