Das Gute im Blick

Wort: Bernadette Bissig / Bild: ZDW
Im September finden die Zurich Design Weeks bereits zum dritten Mal statt – ganz im Zeichen von Good News.

Good News: So lautet das Motto der diesjährigen Designveranstaltung. Der Event, der heuer vom 12. bis zum 29. September 2024 in der Limmatstadt über die Bühne gehen wird, setzt ganz auf gute Neuigkeiten. Will heissen, zukunftsfähige Ideen sowie grosse und kleine Innovationen sollen im Fokus stehen. Es ist jedoch an sich schon eine gute Neuigkeit, dass sich die Zürcher Designwochen innert kürzester Zeit zur grössten Designveranstaltung der Schweiz entwickelt haben.

Der Anlass verzeichnete letztes Jahr 25 000 Besucher und vereinte während 20 Tagen vier Partnerevents, 19 Offspaces, zwölf Open Studios, eine Landmark, fünf Newcomer, 15 Workshops, 19 Talks, 13 Walks sowie zehn Cocktails und Partys. Und auch dieses Jahr werden die Zurich Design Weeks mit einer beeindruckenden Dichte an Ausstellungen, Diskussionen, Spaziergängen, Workshops und Partnerevents aufwarten.

Somit lässt sich konstatieren: Die Initianten und Drahtzieherinnen hinter den Zurich Design Weeks haben den Event innert kürzester Zeit zu einem bedeutenden Umschlagplatz der lebendigen Schweizer Kreativwirtschaft gemacht.

Eine Plattform für Talente
Um auch junge Designschaffende einzubinden und zu fördern, bieten die Zurich Design Weeks seit Lancierung der Veranstaltung das Format Newcomer an. Dieses ermöglicht fünf herausragenden Absolvierenden der führenden Schweizer Designhochschulen, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren. Mit von der Partie sind 2024 die FHNW, die ECAL, die HSLU, die HEAD sowie die ZHDK. Jede Hochschule nominiert drei Absolvierende, wovon die Zurich Design Weeks jeweils eine Person auswählt. Letztes Jahr wurden die fünf Projekte der Nachwuchstalente dem Publikum im Rahmen einer Schaufensterausstellung präsentiert. In diesem Jahr wird die Sichtbarkeit erhöht, indem die Arbeiten im Museum für Gestaltung ausgestellt sein werden.

Auf der folgenden Doppelseite werfen wir vorerst einen Blick zurück aufs vergangene Jahr und präsentieren Ihnen die fünf Projekte der Newcomer von 2023.

Neu besohlen statt wegwerfen:
«Neunoi» von Thibaut Wenger und Narada Zürrer
Die beiden Absolventen des Studienganges Industriedesign an der ZHDK entwickelten langlebige Kindersneaker, deren Design in Zusammenarbeit mit den Kids entstand. Ist ein Kind aus seinen Schuhen entwachsen, können diese mit einem innovativen, biologisch abbaubaren Material von Kuori neu besohlt werden und in den Kreislauf zurückgegeben werden. Mit ihrem Projekt propagieren die Newcomer neue und kreislauffähige Business-
Systeme sowie eine konsequente Resteverwertung.
Bachelorabschluss 2023 in Industriedesign, Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK

Wassertanks zu Wohnflächen
«Vitalising Watertanks» von Kevin Chellakudam
Der schweizerisch-indische Innenarchitekt präsentierte der indischen Regierung ein neues Konzept für die Erstellung von Sozialwohnungen. Das Projekt schlägt vor, den ungenutzten Raum im Bereich der Tragstruktur von Wassertanks in Wohnfläche umzuwandeln. Mit dem modularen Gestaltungsansatz sollen Wohneinheiten aus Bambus gebaut werden können, die individuell an die Familiengrösse anpassbar sind.
Masterabschluss 2023 in Innenarchitektur, HEAD Genève

Keramik zum Anbeissen
«Digitalised Pastry» von Moana Sofia Sidoti
Die Objektdesignerin hat sich von den Arbeitsschritten und Werkzeugen des Konditorenhandwerks inspirieren lassen. In ihrem Projekt «Digitalised Pastry» übersetzt Sidoti die manuellen Techniken, Prozesse und die Ästhetik der Dessertwelt und digitalisiert diese für die Keramikerarbeitung. Die daraus resultierenden Produktionsmöglichkeiten eröffnen neue Horizonte für die Gestaltung von Keramikobjekten.
Bachelorabschluss 2023 in Objektdesign, Hochschule Luzern, Design & Kunst

Fancy Snacks statt öde Pillen
«Spirulicious» von Annick Persechini
Die Industriedesignerin hat sich in ihrer Bachelorarbeit an der ECAL dem Superfood Spirulina angenommen und zwei Snacks entwickelt: Der Riegel Spira kann in kleiner Menge auf einem Bauernhof hergestellt werden. Das Eis Spiru ist für die Produktion in grösserem Massstab gedacht. Das Projekt Spirulicious will die in der Schweiz produzierte Qualitätsspirulina fördern, indem es Alternativen zum Verzehr in Pillenform vorschlägt.
Bachelorabschluss 2023 in Industriedesign, Ecole Cantonale d’art de Lausanne, ECAL

Scharfe Kanten und delikate Silhouetten
«Plissee» von Anastasia Bull
Die Modedesignerin aus Basel mit gleichnamigem Brand kreiert mit ihrer Mode immersive Welten, die zwischen Utopie, Eskapismus und Imagination oszillieren. Auf der Suche nach neuen Zugängen zur Mode, verfolgt Bull einen einzigartigen Ansatz, um mit Falten, Drucken und Farben zu spielen. Dadurch schafft sie eine fragile und doch kraftvolle Welt der fliessenden Formen und üppigen Volumen, geprägt von scharfen Kanten und delikaten Silhouetten.
Masterabschluss 2022 in Modedesign, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW

designweeks.ch


 

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