Wort Anina Cammarota / Bild: Nicolas Schopfer
Teo Jakob beweist, dass Interiorkonzepte lebendig sind: Sie wachsen, wandeln sich und entfalten in neuer Umgebung eine eigene, unerwartete Wirkung.

Veränderung gehört zum Leben – jede Station schreibt ein Stück unserer Geschichte. Auch Möbel sind Teil dieser Erzählung: Manche ziehen mit, andere werden verabschiedet und Neues findet seinen Platz. In diesem Projekt wurde solch eine Geschichte fortgeschrieben: Eine junge Familie zog in ein neues Zuhause, und gemeinsam mit Teo Jakob wurden bestehende Möbel behutsam in die neue Umgebung integriert. «Am meisten berührt hat mich an dem Projekt das Gefühl von Kontinuität – dass sich eine Geschichte entfaltet, statt ganz von vorne zu beginnen», erzählt Projektleiterin Elsa Puvilland. Bereits die vorherige Wohnung hatte sie konzipiert, sodass das zweite Projekt wie eine natürliche Weiterführung wirkte.

Viele Möbel, die schon vor Jahren ikonisch, zeitlos und hochwertig waren, fanden einen neuen Rahmen. «Die Herausforderung lag darin, die gewachsene Atmosphäre zu bewahren und dem Raum zugleich neue Leichtigkeit zu schenken.» Doch auch die Umgebung prägt jedes Stück aufs Neue, erklärt Puvilland weiter: «Einige veränderten ihren Charakter, da Licht, Proportionen und Atmosphäre anders wirkten. Statt sie gewaltsam anzupassen, halfen subtile Gesten – ein neuer Teppich, andere Textilien –, um vertrauten Möbeln eine neue Jugendlichkeit zu verleihen.» So entstand in der veränderten Umgebung eine neue gestalterische Sprache.

Das Haus gibt den Rhythmus vor
Die architektonischen Gegebenheiten eines Hauses beeinflussen die Wirkung der Einrichtung wesentlich. Der Raum verleiht den Objekten Bedeutung; Architektur und Licht bestimmen, wie ein Möbelstück spricht – oder schweigt. So leitete hier das Gleichgewicht zwischen Offenheit und Intimität jede Entscheidung. Die Architektur gab das Tempo vor, dem Puvilland folgte. Besonders prägte sie die Sanftheit des Lichts – das ruhige und gleichmässige Licht, das ohne viel Zutun Atmosphäre schafft. Puvilland wollte diese Ruhe respektieren und alles schlicht halten. «Die Architektur sprach für sich – meine Aufgabe war es, behutsam darum zu gestalten», erklärt sie poetisch. Dank dieser Sensibilität konnte ein vertrautes Objekt in der neuen Umgebung eine ganz andere Wirkung entfalten. «Design lebt durch seinen Kontext; genau das macht es menschlich.»

Harmonie im Dialog
Damit bestehende und neue Elemente zusammenfinden, braucht es keinen Bruch, sondern einen Dialog. Dass viele Möbel Designikonen von Saarinen, Vitra, Cassina oder Minotti sind, erleichterte diesen Austausch. Besonders berührte Puvilland das Vertrauen, das ihr entgegengebracht wurde – «dieses seltene, wertvolle Vertrauen, das es erlaubt, dass ein Projekt sich mühelos entfaltet». Daraus sei eine aufrichtige, unkomplizierte Freundschaft entstanden, getragen von gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Sinn für Schönheit, so die Projektleiterin.
Das Projekt spiegelt auch die Haltung von Teo Jakob wider: Zeitloses Design ist mehr als Ästhetik – es steht für Langlebigkeit, Anpassungsfähigkeit und emotionale Tiefe. Wie Puvilland sagt: «Design, das mit Herz und Intelligenz gewählt wird, altert nicht – es transformiert.»
teojakob.ch
