Wort: Maja Regild Interiors / Redaktion: Anina Cammarota / Bild: Christoffer Regild, Living Inside
In einem zu Wohnraum umfunktionierten, ehemaligen Industriegebäude mitten in Kopenhagen befindet sich die Wohnung des Designers Kim Grenaa. Die Einrichtung lässt die Geschichte des Hauses durchscheinen – eine transparente Farbgestaltung schafft eine wohnliche Atmosphäre mit feinem Charme.

Der Däne Kim Grenaa kehrte der Modeindustrie vor einigen Jahren den Rücken, um seine persönliche Leidenschaft – das Interior Design – auch beruflich zu verfolgen. Sein feines Gespür für Räume und Ästhetik zeigt sich besonders in seinem Zuhause in Frederiksstaden. Die Erdgeschosswohnung in einem stillgelegten Fabrikgebäude mit privatem Eingang und gemütlichem Innenhof versprüht den Charme eines kleinen Stadthauses.

Ausgangspunkt Architektur
Als das Industrie- zum Wohngebäude umgebaut wurde, wählten die Architekturschaffenden Lösungen, durch die es wie ein Neubau wirkte. Für Grenaa war es jedoch essenziell, die ursprüngliche Fabrikatmosphäre der ehemaligen Druckerei wieder aufleben zu lassen. «Ich nehme jeweils die Architektur als Ausgangspunkt und verstärke sie durch das Interior Design», betont Grenaa, dessen Studio Grenaa Creative sich heute auf Interior Design fokussiert.
Für ein offenes Raumkonzept, das auch die hohen Decken und die prägenden bodentiefen Fenster unterstreichen, liess der Däne einige Türen entfernen. Betonelemente und eine Metalltür zum Badezimmer verstärken den industriellen Charakter. Der grösste Eingriff geschah im Vorraum, der nun als Schlafzimmer dient. Durch die Integration eines Holzaufbaus wurde eine zusätzliche Ebene geschaffen, die den Raum strukturiert. Die luftigen Vorhänge schaffen eine durchlässige Verbindung zum Raum und tragen gleichzeitig zur subtilen Trennung der verschiedenen Bereiche bei – in einer sanften, transparenten Manier.
Leichtigkeit im Kontrast
Der transparente gelbe Vorhang im Wohnzimmer, dessen wellenförmige Deckenhalterung zusätzlich Leichtigkeit verströmt, bricht auf subtile Weise mit dem funktionalistischen Stil der Wohnung. «Ich arbeite gerne mit überraschenden Kontrasten», erläutert Grenaa. Das Hellblau der Küche sowie die grüne Wandfarbe setzen dezente Farbakzente und verstärken die frische, einladende Atmosphäre.

Die deckenhohen Fenster, die durch die typischen Fabrikverstrebungen charakterisiert sind, erhalten durch die leichten weissen Vorhänge eine luftige Note, die sich harmonisch ins Gesamtkonzept einfügen. Es entsteht ein Spiel der Transparenz auf zwei Arten – sowohl durch die in Quadrate unterteilten Fenster, als auch durch den Einsatz der transparenten Textilien.