Neuer Abschnitt

Über die Jahre verändern sich die Bedürfnisse. Dies nahm ein Ehepaar zum Anlass, sein altes Haus durch ein neues zu ersetzen. Bereits bei der Planung wurde an die Inneneinrichtung gedacht.

Bild: Simone Vogel

Es war nicht der erste Auftrag, den das Studio Holm für das Paar umsetzte. Inhaberin Anna Berg hat die beiden Ü-Sechziger schon über Jahre beraten und begleitet. Bei dem neusten Projekt war sie mit ihrem Team von Anfang an involviert. «Dies war für uns ein Glücksfall», sagt die Inhaberin des Zürcher Möbelgeschäfts und Planungsbüros Holm, das auf skandinavisches Design spezialisiert ist. Eine solche frühe Einbindung komme eher selten vor, sei jedoch für ein rundum gelungenes Resultat von zentraler Bedeutung, so die Schwedin, die schon seit vielen Jahren in Zürich lebt und arbeitet. «Wir waren ständig im Dialog mit dem Architekturstudio und den Auftraggebern. Dadurch war es möglich, die Planung des Neubaus und dessen Innenausstattung gleichzeitig voranzutreiben», erzählt Berg. Zudem konnte sie bei diesem Projekt den Planungsansatz «von innen nach aussen» umsetzen, der in Skandinavien gang und gäbe ist. Ein Neubau war nicht von Anfang an ein Thema. Doch nach reiflichem Überlegen und Abwägen kam die Bauherrschaft zusammen mit dem Planungsteam zum Schluss, das alte Haus abzureissen. Mit viel Wehmut und schweren Herzens rang sich das Paar dazu durch, sein angestammtes Heim in Zollikon hinter sich zu lassen und auf demselben Grundstück einen Neubau zu errichten. Dieses von Kubli Partner Architektur entworfene Gebäude ist ebenso kompakt konzipiert wie das alte Haus und bietet viel Raum auf wenig Fläche sowie eine fantastische Sicht auf den Zürichsee.

Bild: Simone Vogel

Bestehende Möbel integriert
Die Materialisierung des Hauses ist mit Beton und Holz schlicht und reduziert gehalten. Diese Grundstruktur bot dem Büro Holm viel Spielraum bei der Planung der Innenräume. «Unser Ziel war es, möglichst alle vorhandenen Möbel in das neue Einrichtungskonzept zu integrieren. Nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern auch, um die gelebte Geschichte präsent zu haben», erläutert die Raumgestalterin. Die Einrichtung sollte den «Stempel echter Lebenserfahrung tragen», damit man sich zu Hause wohlfühle. «Und dies ist uns inklusive Teppiche perfekt gelungen. Nur den Esstisch mussten wir ersetzen.» Nebst dem bestehenden Mobiliar kamen neue Möbel dazu, die mit einem ausgeklügelten Farb- und Lichtkonzept ergänzt wurden. «Gerade bei der Lichtgestaltung ist es sehr hilfreich, schon von Anfang an in die Planung involviert zu sein», so die Raumexpertin. Dadurch könne zielgerichtet geplant werden, was sich heute in der funktionalen und stimmungsvollen Lichtstimmung zeigt. In Bezug auf die Farben setzte das Planungsbüro auf wohlige Töne, die eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Auf Weiss verzichteten sie dabei fast komplett.

Bild: Simone Vogel

Aufgrund der langen Zusammenarbeit wusste das Team von Holm schon vieles über die Bedürfnisse und Gewohnheiten des Paares. Mit dem neuen Lebensabschnitt kamen jedoch noch weitere Anforderungen hinzu. Das Haus sollte hürdenfrei gestaltet werden, um im Alter möglichst lange selbstständig bleiben zu können. Aus diesem Grund ist ein Lift integriert, der von der Tiefgarage direkt in die Etagen führt. Im Dachgeschoss ist die offene Küche mit Wohn- und Esszimmer angesiedelt. Als leidenschaftliche Gastgeber war dem Paar ein einladender Wohnbereich mit einem grossen Esstisch ein Anliegen. Hier empfangen sie regelmässig Gäste, im Sommer auch gerne auf der grosszügigen Terrasse.

Bild: Simone Vogel

Ein weiterer zentraler Punkt war die Planung der Küche. Dies war insbesondere dem Hausherrn sehr wichtig. Als bekennender Hobbykoch und passionierter Gärtner verbringt er viel Zeit in der Küche, verarbeitet die frischen Produkte aus dem Garten und zaubert schmackhafte Menüs für Familie und Freunde auf den Tisch. So hatte er bei der Planung viele seiner Wünsche und Vorstellungen mit eingebracht. Das erste Obergeschoss hingegen ist den privaten Räumen gewidmet. Hier befinden sich die Schlafräume und die Bibliothek.

Bild: Simone Vogel

Kunst als zentrales Element
Ebenfalls eine prägende Rolle hatte die Kunst bei der Gestaltung der Räume inne. Das Besitzerpaar sammelt seit Jahren Bilder, Skulpturen, Objekte und Gemälde – insbesondere auch von jungen Kunstschaffenden. Um die Integration der Werke in das Einrichtungskonzept kümmerte sich das Paar selbst. Mit dieser Verzahnung der diversen Planungsphasen und -etappen ist ein durchdachtes und facettenreiches Haus entstanden, das den Charakter seiner Bewohner authentisch wiedergibt und widerspiegelt.
holmsweetholm.com

Neueste Artikel

Prächtiger Pomp

Das Innenarchitekturstudio Atelier Zürich hat sich einen Namen mit abundanten, üppigen und farbenfrohen Projekten gemacht.

In Rauch auflösen

Fumo macht die jahrtausendealte Tradition des Räucherns einem breiten Publikum zugänglich.

Mon dieu, c’est beaucoup

Ordinär ist nur das rechteckige Format dieser vier bildgewaltigen Bücher.

Weitere Artikel