Filigraner Betonbau

Wort: Bernadette Bissig / Bild: Catherine Gailloud
Im Berner Seeland, inmitten eines durchschnittlichen
Einfamilienhausquartiers, erhebt sich anmutig ein zweigeschossiges Doppelhaus aus Sichtbeton. Das markante Gebäude ist ein Werk von Atelier 5. Das renommierte Architekturbüro plante das Gebäude Ende der 1960er-Jahre. Heute bewohnt Designerin und Redaktorin Irène Münger den einen Hausteil mit ihren beiden Kindern.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Irène Münger das Haus Möhl besichtigte, spürte sie augenblicklich die ganz besondere Atmosphäre und Generosität des Gebäudes, das Ende der 1960er-Jahre für einen Tierarzt und seine Familie vom Berner Architekturbüro Atelier 5 entworfen wurde. Nun lebt sie bereits seit sieben Jahren in dem Sichtbetonbau; und der Ort hat für sie nach wie vor nichts von seiner Faszination eingebüsst: «Ich geniesse jeden Moment, den ich hier in diesem Haus verbringen kann. Es verströmt eine Grosszügigkeit, die den Geist befreit und den Gedanken freien Lauf lässt», so die Designerin. Zudem schätzt sie das Lebensgefühl, welches das Haus ausstrahlt. Sie umschreibt es mit Aufgeschlossenheit gegenüber Leben und Welt.

Das rechtwinklige Gebäude wirkt raffiniert, durchdacht und lebensnah. Weit entfernt von einem architektonischen Statement nur um des Statements willen. Was nicht von ungefähr kommt. Der damalige Auftraggeber, ein Kunstsammler und Genussmensch, wie auch seine Familie hatten ganz klare Vorstellungen von ihren Wohnbedürfnissen, die Atelier 5 virtuos in den Entwurf einfliessen liess. So entstand ein Wohnhaus für zwei Parteien – eine für den Auftraggeber, eine für dessen Eltern – mit Werkstattcharakter. Dies zeigt sich auch in der Materialisierung: nach aussen Sichtbeton und innen weiss gestrichene Backsteine, dazu weisse Decken und ungekünstelter Waschbeton als Bodenbelag. Einen warmen Kontrapunkt setzen die nach Südwesten ausgerichteten filigranen, grosszügigen Holzfensterfronten im Wohn- und Essbereich im Erdgeschoss sowie in den Schlafzimmern im Obergeschoss, die einen weiten, unverstellten Blick auf die sanfte Ebene des Seelandes erlauben.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05-24 der Wohnrevue.


 

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