Zu Hause arbeiten, im Büro leben und umgekehrt

David Marquardt ist ein Machertyp. Davon zeugen nicht nur der Name seines Unternehmens, sondern vor allem die unzähligen Projekte, die er in den vergangenen zwanzig Jahren mit Mach   Architektur umsetzte. Wie er lebt und wo er arbeitet, erzählte uns der Zürcher im Gespräch.

Bild: Simon Habegger

«Alles begann mit einem Tisch, einem Computer und einem Auftrag», erzählt uns David Marquardt in seinem Büro im Zürcher Kreis 5. «Ich arbeitete damals auch von zu Hause aus – ein Büro konnte ich mir zu Beginn meiner Selbstständigkeit noch nicht leisten.» Auf eigene Büroräumlichkeiten musste er allerdings nicht lange warten – schliesslich war sein erster Auftraggeber nicht etwa eine kleine Firma oder ein privater Bauherr, sondern niemand geringerer als das Modehaus Bally.

Bild: Simon Habegger

Wie alles begann
«Nach meinem Studium arbeitete ich bei Bally intern als Architekt – ich war für den Ladenbau verantwortlich und gestaltete weltweit die Shops des Schweizer Traditionshauses», sagt Marquardt. Kurz bevor die Firma Ende 90er-Jahre verkauft wurde, entschied sich Marquardt dazu, sich selbstständig zu machen. «Ich hatte einen Computer, einen Tisch und eine Firma – was fehlte, war der Auftrag», erzählt er lachend. Die neuen Bally-Eigentümer suchten einen Architekten für die Gestaltung der neuen Shops – und meldeten sich prompt bei Marquardt. Was danach folgte, liest sich rückblickend wie ein Märchen aus der Schweizer Architektur- und Designgeschichte: Marquardt holte sich den Architekten Jan Fischer mit ins Boot und schnell wuchs das Einmann- zunächst zum Zweimannbüro und schliesslich bis zum Kleinunternehmen. «Jedes Projekt brachte neue Kontakte mit sich», erklärt Marquardt und ergänzt: «Spannend war und ist die Mischung aus internationalen und lokalen Kunden.» Nebst Aufträgen für die Swiss International Air Lines, IWC Schaffhausen, diverse Schweizer Banken, Victorinox, oder den japanischen Sanitärkeramik-Hersteller Toto setzte Mach Architektur auch diverse Projekte für den international bekannten Medienunternehmer Tyler Brûlé in der Schweiz und London um.

Bild: Simon Habegger

Umzug nach Zürich West
Ende 2019 zog Mach Architektur vom Zürcher Kreis 4 ins Industriequartier in grosszügige und lichtdurchflutete Räumlichkeiten. «Etwas vom Schönsten am neuen Standort ist, dass ich zur Arbeit spazieren kann», schwärmt  Marquardt. Allerdings sind für ihn die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben sowieso fliessend. «Oft veranstalten wir im Büro private Anlässe – umgekehrt sitze ich auch oft zu Hause am Tablet und skizzieren neue Ideen für aktuelle Projekte», sagt er und fügt hinzu: «Ich spreche fast lieber vom Officehome als vom Homeoffice. Schliesslich verbringt man einen grossen Teil des Tages im Büro – da sollte man sich doch auch zu Hause fühlen, oder?»

Bild: Simon Habegger

Über den Dächern Zürichs
Seine private Bleibe befindet sich in Zürich-Höngg an bester Hanglage. Hier wohnt er zusammen mit seiner Familie. «Früher wohnten wir zu fünft in der Wohnung. Zwei unserer drei Kinder sind unterdessen ausgezogen – jetzt sind wir noch zu dritt», sagt der Familienvater. Die Wohnung befindet sich in einem unscheinbaren 70er-Jahre-Gebäude. «Als wir die Wohnung vor knapp zehn Jahren (?) kauften, war sie viel kleinteiliger». Also machte sich der Architekt daran, den Grundriss neu zu planen. Um das Wohnzimmer zu vergrössern, liess Marquardt einen Teil der Küchenwände herausreissen, das Cheminée ergänzte er mit einem modernen Betonterrazzo und trennte den Eingangsbereich mit begehbaren Schränken vom hinteren Bereich der Wohnung ab, wo sich die Schlaf- und Badezimmer befinden. «Wenn ich zu Hause arbeite, setze ich mich an den grossen Esstisch mit Blick über die Dächer von Zürich», sagt Marquardt. Von wo er arbeite, spiele dank der heutigen technischen Möglichkeiten sowieso keine Rolle mehr. Wichtig sei, dass er sich wohlfühle und seiner Kreativität freien Lauf lassen könne. Im Homeoffice, im Officehome oder sonst wo auf der Welt.

Mach Architektur
David Marquardt gründete Mach Architektur vor zwanzig Jahren. Kurz danach kam Jan Fischer (rechts im Bild) als Partner dazu. Seit der Gründung im Jahr 2000 haben die beiden zahlreiche Projekte für Kunden wie Novartis, Bally, Swiss International Air Lines, IWC Schaffhausen und Toto realisiert. Ihr Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung im Entwerfen und Planen von Retail- und Büroprojekten sowie in der Entwicklung von räumlichen Konzepten in den Bereichen Banking, Gastronomie und Wohnen.
macharch.ch

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