Zu Besuch bei Aaltos

Alvar Aalto hat die finnische Moderne mit humanistischen Bauten und klugen Möbelentwürfen für den Produzenten Artek massgeblich mitgeprägt. Doch wie haben die Aaltos gewohnt? Wir zeigen das Zuhause der Architektenfamilie, die sich 1936 einen naturnahen Lebens- und Arbeitsort geschaffen hat. Der Bau kommt auch in der heutigen Zeit noch zeitgemäss daher.

Bild: Aalto Foundation

1934 haben Aino und Alvar Aalto an einer Anhöhe in beinahe unberührter Umgebung gleich ausserhalb von Helsinki ein Stück Land erworben mit dem Ziel, sich dort einen Lebens- und Arbeitsort für ihre Familie zu schaffen. Nach zwei Jahren war der in schlichten, modernen Materialien gehaltene Bau fertiggestellt. Er gilt als charakteristisch für die frühe Schaffensphase der Aaltos.

Wohnen und Arbeiten im Fluss
Das Gebäude stellt sich aus zwei ineinandergreifenden Trakten zusammen: längs zur Strasse der Wohnbereich mit Holzverschalung. Küche, Entrée und Empfangsraum liegen strassenseitig, während Wohn-, Ess- und Arbeitsbereich hin zum dicht bewachsenen Garten hin angeordnet sind und fliessend ineinander übergehen. Grosse Fensterfronten geben den Blick in die Natur frei, davor hölzerne Pflanzgefässe, entworfen von Aino Aalto. Nur eine raumhohe Schiebetür trennt das Wohnzimmer der Familie vom angrenzenden Büro.

Bild: Aalto Foundation

Der kompakte Arbeitstrakt mit weisser Klinkerfassade liegt im rechten Winkel zum Wohnbereich und besteht im Wesentlichen aus einem überhohen Atelierraum mit Galerie. Hier arbeiteten die Angestellten der Aaltos an unzähligen Bauten, bis der Architekt schliesslich 1955 mit seiner zweiten Ehefrau Elissa in Gehdistanz ein neues Bürogebäude errichten liess. Die Aaltos haben mit dem «Aalto House» ihr humanistisches Weltbild zum Ausdruck gebracht sowie Arbeit, Wohnen und Familie verschmelzen lassen – eine Thematik, die auch in der heutigen Zeit wieder besonders aktuell ist.

Bild: Aalto Foundation

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