Selbstporträt in den eigenen vier Wänden

Die Fotografin und Künstlerin Raphaela Pichler porträtierte sich für die Wohnrevue in ihrem Zürcher Zuhause. Das Ambiente des lichtdurchfluteten Apartments spiegelt die Persönlichkeit der kreativen Macherin wider: freiheitsliebend, stil­bewusst und stets im Wandel.

Bild: Raphaela Pichler

Raphaela Pichler ist keine Unbekannte in der Schweizer Kreativbranche. Sie fotografiert für namhafte nationale sowie internationale Firmen und Marken, porträtiert bekannte Persönlichkeiten und machte mit ihrem Kunstprojekt «Currency» von sich reden, für das sie von der Swiss Photo Academy zur Fotografin des Jahres nominiert wurde. Vor drei Jahren gründete sie mit ihrer Zwilingsschwester Marisa Burn-Pichler zudem das Kreativ-Consulting-Unternehmen Burn-Pichler und veranstaltet Anfang 2022 bereits zum dritten Mal das Kreativfestival «Room of Change».

Bild: Raphaela Pichler

Darauf angesprochen, wie man so viele Projekte gleichzeitig am Laufen halten kann, erwidert sie lachend: «Es liegt in meinem Naturell, jeweils an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten – mich nur auf ein einziges zu fokussieren, macht für mich wenig Sinn.» Diese Haltung widerspiegelt sich auch in ihrem Zuhause, das sie zusammen mit ihrem Partner und dessen Tochter bewohnt. «Wir haben praktisch keine fixen oder schweren Möbel, die sich nicht umstellen liessen – alles ist flexibel und mobil», erklärt sie. Je nach Stimmung wird das Wohnzimmer umgestellt oder werden die Räume mit neuer Kunst, Blumen oder formschönen Dekoobjekten verändert. «Ich befinde mich immer im Wandel – wieso sollte also mein Zuhause starr sein und sich nicht mit mir verändern?», fragt sie.

Bild: Raphaela Pichler

Erfüllung im kreativen Schaffen
Ihre Wohnung sei auch ihr Atelier, wo sie auch schon vor der Pandemie viel Zeit verbracht habe, erzählt uns Pichler. Sie fotografiere Por­t­räts und manchmal auch ganze Kampagnen in den eigenen vier Wänden. Eines ihrer persönlichen Projekte wird auch hier produziert: «Currency». Letzteres entstand aus der Frage heraus, welchen Wert das eigene Schaffen hat.

Bild: Raphaela Pichler

«Als Fotografin machte man mir immer mehr Vorgaben, wie ein Bild zu machen sei, wie das Model aussehen sollte, in welchem Look es fotografiert werden müsse etc.», erzählt sie und ergänzt: «Es ist für mich ganz normal, mit Vorgaben der Kunden zu arbeiten – allerdings fand ich es zunehmend schwierig, dass immer mehr verlangt wurde, aber meine Arbeit nicht richtig wertgeschätzt wurde.» Aus diesem Frust heraus schöpfte sie kreative Energie und startete mit einer sich stetig erweiternden Selbstportät-Serie, bei der sie in komplett unterschiedliche Rollen schlüpft und so Themen wie Autorenschaft, Selbstdarstellung und den Wert des kreativen Schaffens behandelt. Aktuell arbeitet die Fotografin und Künstlerin intensiv am Kreativfestival «Room of Change», das sie vor drei Jahren mit ihrer Zwillingsschwester Marisa Burn-Pichler ins Leben gerufen hat.

Bild: Raphaela Pichler

«Letztes Jahr führten wir das Festival pandemiebedingt digital durch. Umso mehr freuen wir uns, Anfang 2022 wieder für echte Begegnungen zu sorgen», sagt sie. Beim Festival geht es darum, aufzuzeigen, wie man seine eigene Kreativität fördert und Prozesse angeht, die positive Veränderungen mit sich bringen – sei das im privaten oder im Business-Kontext. «Mir ist es wichtig, Menschen zu inspirieren und zusammenzubringen – und ihnen aufzuzeigen, mit welchen Methoden man ganzheitlich gestalten kann», sagt Pichler. Dass die sympathische Macherin die ganzheitliche Gestaltung nicht nur predigt, sondern lebt, erkennt man an der gekonnt kombinierten Einrichtung ihrer Zürcher Bleibe.

Bild: Raphaela Pichler

Designklassiker stehen neben Vintage-Stücken und bilden zusammen mit den Gitarren (die übrigens im regen Gebrauch sind), ein stimmiges Ensemble. Frische Blumen, grossformatige Bilder und glatte Spiegel verleihen den Räumen internationales Flair. Auf die Frage, ob sie hier angekommen sei, antwortet Pichler lachend: «Für den Moment ja – aber wie alles im Leben, ist auch dieser Zustand bestimmt nur eine Phase.» Weitere Infos zu ihren laufenden Projekten findet man unter:
raphaelapichler.ch, burnpichler.com

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