Auf Wolke sieben

Ein ehemaliges Büro in einem Mailänder Gebäude aus den 20er-Jahren wurde vom Studio Milo in eine Wohnung für ein designaffines Paar umgebaut. Das Ergebnis ist ein erfrischender Mix von strenger ­Raum­architektur und ver­spielter Einrichtung – gespickt mit poetischen Objekten und starken Farbakzenten.

Bild: Beppe Brancato (Living Inside)

«Für mich fühlt es sich so an, als sei das Apartment ein Spiegel meiner eigenen Persönlichkeit», sagt Daniele Lora über sein neues Domizil. Der Art Director von CC-Tapis, ein Mailänder Teppichbrand, das sich mit innovativen handgeknüpften Teppichen längst einen Namen gemacht hat in der internationalen Designszene, lebt mit seiner Partnerin schon länger in der Gegend um Porta Venezia mitten in Mailand. «Ich mag das multikulturelle, lebendige Quartier mit vielen Bars und Restaurants und liebe es, im nahen Montanelli-Park spazieren zu gehen», schwärmt Lora. Die neue Wohnung liegt in der Via Settembrini, einer belebten Stadtachse und Businessstrasse. «Hier wurde in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts architektonisch wild experimentiert, weshalb viele Gebäude äusserst eklektisch sind und üppig dekorierte Fassaden haben», erklärt Lora. In genauso einem Stadtpalast liegt sein neues Domizil, in einem ehemaligen Büro.

«Die Einrichtung war total Seventies mit allen Eigenschaften aus jener Zeit: ein langer, dunkler Gang, grüne durchgehende Teppichböden, dunkle Holztüren und -wände», rekapituliert Arianna Crosetta, Architektin und Mitgründerin des Mailänder Interior Studios Milo, das das Apartment umgebaut hat. Angesteckt vom Enthusiasmus des Bauherren erkannte die Architektin auch das Potenzial der Räume. Gemeinsam mit dem Auftraggeber machte sie sich daran, die veraltete Raumaufteilung und den Innenausbau neu zu denken.
Die Grundstruktur der Räume wurde nicht verändert und der historische architektonische Kontext sollte bewahrt werden. Dennoch ist das Raumgefüge komplett neu. «Beim Eintreten tut sich ein langer leerer Korridor auf mit einer eingebauten anthrazitfarbenen Schrankwand, einem Stuhl und einer Leuchte», beschreibt der Bewohner. Rechts führt ein Durchgang ins Wohnzimmer, wo der grösste gestalterische Eingriff sichtbar wird: der Durchgang in die Küche aus dunkelgrünem Marmor Verde Alpi, der massiv und grafisch wirkt wie ein Portal.
studio-milo.com

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