Architektur auf den Punkt gebracht

Buonas: Was nach einem Dorf im Tessin klingt, liegt am westlichen Ufer des Zugersees wunderschön in die Topagrafie der Moränenlandschaft eingebettet. Das Dorf gehört zur aufstrebenden Gemeinde Risch im Kanton Zug. Nahe der Hauptstrasse, die im Süden gegen Risch und im Norden nach Holzhäusern führt, liegen die zwei Einfamilienhäuser.

Die prägnanten Bauten fallen bereits von der Strasse her auf: schmale, elf Meter hohe Kubaturen mit Flachdach und einer markanten Holzfassade, im Attikageschoss eine Aussparung gegen Süd-Westen. Umgeben werden die Baukörper von einer sanften Hügellandschaft mit saftig grünem Rasen. Zu den Bauten gesellt sich rechter Hand jeweils ein Pavillon, in dem eine Outdoor-Küche untergebracht ist. Davor ein grosszügiger Sitzbereich mit präzise gesetzten Platten aus Gussbeton und Kiesflächen, die dem Zwischenbereich einen einzigartigen Charakter mit mediterranen und fernöstlichen Akzenten verleihen. Herzstück der Gartenanlage ist ein grosszügig dimensioniertes Wasserbecken aus korrodiertem Stahl. Der selbstreinigende Naturpool referenziert den nahe gelegenen Zugersee und nimmt seine Umgebung wie ein Spiegel auf. Eine freischwebende Betonplatte lädt zum Sonnenbaden ein.

Bild: Lorenz Cugini

In Verbindung zur Umgebung

Empfangen werden wir von der neugierigen Evita, einem fünfjährigen Weimaraner. Mit ihrem silbrig beigen Fell fügt sie sich perfekt in die Erscheinung der Architektur ein. Ihr Besitzer ist Stefan Nauer, Immobilienentwickler und Geschäftsführer von Realart Architects. Er hat die asketisch-modernen Häuser zusammen mit seinem Team sowie dem Innenarchitekturbüro Davinci aus Emmen mit Leidenschaft geplant und umgesetzt. Die vertikal beplankte Fassade aus edelgrau lasiertem Lärchenholz schafft eine Verbindung zu den umliegenden Bauernhäusern. Darauf aufgedoppelt sind in einem unregelmässigen Abstand Latten, die alternierend abgeschrägt sind und eine subtile Verspieltheit vermitteln. «Auch in der Strukturierung wurden die umliegenden traditionellen Bauernhäuser berücksichtigt, die wir auf eine klare, puristische Art hineininterpretiert haben. Die beiden Gebäude verfügen über ein Sockelgeschoss aus gegossenem Beton und drei weiteren Etagen in Holzbauweise», so Nauer.

Doch in Nutzung, Innenausgestaltung und Dimension variieren die beiden Bauten. Das nördliche Gebäude ist leicht grösser skaliert und wird von Stefans Vater Jacques Nauer und dessen Frau Bernadette Nauer bewohnt. Das geringfügig kleinere Gebäude hingegen beherbergt die Büroräumlichkeiten von Nauer. Letzteres ist so konzipiert, dass es zu gegebener Zeit zu einem Wohnhaus umfunktioniert werden kann. Dessen potenzielle Umnutzung ist bereits bis ins Detail geplant und mit allen dafür nötigen technischen Vorkehrungen versehen. Das Grundstück wird von einem selbst entworfenen Zaun umgeben, der nach dessen Fertigstellung je nach Position keine Ein-, jedoch Ausblicke gewährt. Ergänzt wird die Landschaftsarchitektur mit Bonsai in ausladenden Töpfen sowie heimischen Bäumen und Sträuchern, die im Dunkeln mit schlichten Leuchten in Szene gesetzt werden.

Bild: Lorenz Cugini

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06-22 der Wohnrevue. Hier bestellen.

Wort
Andrea Ellenberger/Rik Bovens

Bild
Lorenz Cugini

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