Ikonen im Blickfeld

Ikonen im Blickfeld

Fabrikbesuch

Kaum ein anderer Brand hat so viele Design­klassiker im ­Sortiment wie Knoll. Wir ­haben die ­Produktionsstätte
in Italien ­besucht und ­gesehen, wie viel Hand­arbeit und ­Leidenschaft in ­jedem ­einzelnen Stück steckt.

Umgeben von «Platner Chairs» sitzt ein junger Mann auf einem Bürostuhl. Vor ihm ein Tisch mit einem auf den Kopf gestellten, halb fertigen Stuhl. Der Lederbezug des schmalen Rückenpolsters ist mit Nadeln abgesteckt. Sorgfältig nimmt er eine heraus, macht ein paar Stiche und geht zur nächsten weiter. Was nach einer einfachen Aufgabe aussieht, erfordert höchste Präzision. Denn auf dem Leder ist jeder einzelne Stich erkennbar. «Jeder soll für seine Arbeit so viel Zeit haben, wie er braucht. Die Qualität muss schliesslich stimmen», kommentiert Demetrio Apolloni, Präsident von Knoll Europa, die Arbeitsphilosophie von Knoll. Schlendert man durch die Produktionshallen, ist diese Einstellung sofort spürbar: Es gibt keine Hektik, keinen störenden Lärm. «Bei uns wird nicht in Serie, sondern auf Bestellung produziert», erklärt Apolloni. Bei der vielen Handarbeit, die in jedem Möbel steckt, wäre das auch gar nicht anders möglich. Zu den Produkten, die in Foligno gefertigt werden, zählen Holz-, Büro- und Polstermöbel. 

Kein Raum für Fehler
Besonders eindrücklich ist, wie die Kissen der Möbel hergestellt werden. Dutzende Näherinnen sitzen hierfür an ratternden Maschinen und nähen die Bezüge verschiedener Designklassiker zusammen, darunter etwa die des «Barcelona Chair» oder des «MR Lounge» – beide von Mies van der Rohe. Die Geschwindigkeit, mit der die routinierten Arbeiterinnen das tun, ist faszinierend. Das Zuschauen macht nervös, denn auch da bleiben jede Naht und jeder Stich sichtbar. Diesen Druck merkt man den Italienerinnen aber nicht an, ganz im Gegenteil – es scheint, als hätten sie den einfachsten Job der Welt.

Den ganzen Bericht lesen Sie in der Augustausgabe der Wohnrevue. Hier bestellen.

Wort
Nuria Peón