Felber C18 Outdoor

Felber C18 Outdoor

Produktidee

Liest man Stein am Rhein, kommen einem entweder die mittelalterlichen Fachwerkhäuser mit den gut erhaltenen Fassadenmalereien, die Grenze zu Deutschland und der damit verbundene Einkaufstourismus oder der nah gelegene Rheinfall in den Sinn. Unweit des Flussufers gibt es aber noch weitaus mehr zu entdecken: Bereits seit 1873 befindet sich hier nämlich der Hauptsitz des Möbelherstellers Dietiker.

Das inhabergeführte Unternehmen stellt Sitzmöbel für verschiedene Einsatzbereiche her. Zu den Hauptkunden, vorwiegend aus der Schweiz und Europa, gehören  Kongresszentren, Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser und Seniorenwohnheime. Mit über 140 Jahren Erfahrung und einer ausgeprägten Leidenschaft für Design zeichnet Dietiker auch für diverse Designklassiker verantwortlich. Dazu gehören unter anderem die Stühle «Saffa», (Hans ­Eichenberger, 1958), «Bandixen» ­(Edlef Bandixen, 1963), oder «Rey», (Bruno Rey, 1971). Vor sieben Jahren hat Nathalie Felber die Führung der Firma übernommen, die ihr Vater, Möbelpionier Urs Felber (1942–2010), im Jahr 2000 der Migros abkaufte. Seitdem hat sich einiges getan: Neue Strukturen und Abläufe wurden implementiert und die Produktentwicklung vorangetrieben. Eine der erfolgreichsten Neuentwicklungen ist die 2014 lancierte «Felber Collection», die bisher ausschliesslich Stühle und Tische für den Innenraum umfasste. Passend zum Frühling wird nun das Sortiment mit dem «Felber C18 Outdoor» ergänzt. Wir haben uns mit Nathalie Felber über die Entwicklung des Gartenstuhls unterhalten. Die umtriebige Geschäftsführerin erzählte uns nicht nur Interessantes rund um den Entwicklungsprozess des neuesten Produkts, sondern verriet uns auch, in welche Richtung sich das nächste Produktentwicklungsprojekt bei Dietiker bewegen wird. 

W R Das ursprüngliche Design des Felber-Stuhls reicht in die 1940er-Jahre zurück. Wer war der damalige Designer?

NF Das Design entstand damals hausintern. In unserem Archiv fanden wir die technische Zeichnung davon und entwickelten einen ersten Prototyp. Während zweier Jahre stand dieser neben meinem Schreibtisch. Die Form überzeugte mich so sehr, dass ich mich dazu entschloss, ihn als Grundlage für das neue modulare Stuhlkonzept zu benutzen, das ich damals im Kopf hatte.

W R Die «Felber Collection» wurde 2014 präsentiert und beinhaltete ausschliesslich Stühle und Tische für den ­Innenraum. Was war ausschlaggebend, den «Felber C18 Outdoor» zu entwickeln?

NF Der Erfolg der Indoorvariante beruht auf ihrer Modularität – und diese wiederum ist die perfekte Grundlage für den Outdoormöbelmarkt. Die Kollektion mit einem Stuhl für den Aussenbereich zu ergänzen, war deshalb sinnvoll. 

W R Wie lange dauerte der Prozess vom Entscheid, den Stuhl zu entwickeln, bis zum marktreifen Produkt?

NF Typischerweise dauert ein solcher Entwicklungsprozess etwa ein Jahr, aber für diese Kollektion alles zusammengenommen zwischen sechs und acht Monaten. In dieser Zeit entstanden die ersten technischen Zeichnungen und Prototypen des Gartenstuhls, die wiederum angepasst werden mussten. Das Verkaufsteam holte Feedback bei Händlern ein, die Zulieferer der Einzelteile wurden definiert, das Marketingmaterial zusammengestellt und vieles mehr – all das brauchte Zeit …

W R Bezeichnend für die bestehende «Felber Collection» ist der Variantenreichtum mit verschiedenen Untergestellen, Materialien, Bezügen, Farben und der Möglichkeit, Einzelteile nachträglich auszutauschen. Trumpft die Outdoor-Variante mit einer gleich grossen Vielfalt auf?

NF Das Outdoor-Modell ist eine Erweiterung der «Felber Collection». Wir arbeiten mit der gleichen Form wie für den Innenraum, derzeit jedoch mit «nur» einem Material. Wer weiss, vielleicht kommen in Zukunft noch weitere Ausführungen dazu. 

W R Worin liegt die Besonderheit an diesem Gartenstuhl – was hat er, was andere nicht haben?

NF ​Mit dem «Felber C18 Outdoor» deckt die «Felber Collection» sämtliche Einsatzmöglichkeiten eines Stuhls im Eigenheim ab. Dieser ist modular und wie all unsere Produkte in den lizenzierten Le-Corbusier-Farben erhältlich.

W R Werden auch noch Outdoortische entwickelt?

NF ​Ja, die Entwicklung läuft bereits.

W R Dietiker produziert hauptsächlich Produkte für den Innenraum. Was war die grösste Herausforderung bei der Entwicklung eines Outdoormöbels?

NF Die Materialwahl: Dietiker steht für Topqualität – dem­entsprechend lang dauerte die Suche nach geeigneten Werkstoffen. Dank guter Beziehungen zum Outdoorspezialisten Manufakt und dessen CEO Rainer Hesselbarth  konnten wir die Entwicklung zügig vorantreiben. 

W R Gab es Schwierigkeiten während des Entwicklungsprozesses?

NF Den ersten Prototyp bauten wir aus rohem Metall – der Look überzeugte uns sofort. Danach mussten wir eine Lösung finden, die der Optik gleichkommt, ohne das Risiko eingehen zu müssen, dass das Gestell im Regen zu rosten beginnt. 

W R Gibt es einen Ort, an dem Sie den «Felber C18 Outdoor» am liebsten platzieren würden?

NF Auf jedem Balkon, den ich sehe.

W R Wenn Sie es sich wünschen könnten, welches Möbel würden Sie als Nächstes produzieren?

NF Unsere Produktentwicklung läuft auf Hochtouren: ​Demnächst bringen wir eine Sofafamilie auf den Markt. Das nächste Produktentwicklungsprojekt soll sich aber rund ums Thema Umwelt drehen. Privat sorge ich mich sehr um unsere Zukunft: Jede in den Wald oder an den Strand geworfene  Plastikflasche tut mir weh. Ich frage mich, was Dietiker dazu beitragen könnte, die Umweltverschmutzung zu verringern. Wer eine Idee hat, soll sich doch melden! 

W R Herzlichen Dank für das Gespräch!

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