«Systemmöbel benötigen Planung»

Wort: Bernadette Bissig / Bild: Ruben Hollinger
Alessandro D’Amico, der seit 2020 bei Roomdresser in der Planung tätig ist, hat ein Faible für elegante Systemmöbel. Hier mit dem Regal «Modulor» von Rimadesio.

Alessandro D’Amico, Sie posieren vor dem Regal «Modulor» von Rimadesio.
Aus welchem Grund?

Letztes Jahr entdeckten wir diese Produktserie am Salone del Mobile in Mailand. Die grenzenlosen Möglichkeiten, die diese im Innenausbau bietet, faszinierten mich. Ein ideales Produkt für Roomdresser, da wir stark in der Planung verwurzelt sind. Mir persönlich gefällt zudem der technische, «maskuline» Look. Sachlich und schlicht. Die Kombination von Leder, Glas oder Stein lässt das Ganze sehr exklusiv wirken.

Was reizt Sie an Systemmöbeln?
Individualität, die Möglichkeit, flexibel und massgeschneidert für das jeweilige Projekt zu planen. Systeme sind im Grunde Schreinermöbel, jedoch mit mehr Raffinesse und Detailverliebtheit!

Roomdresser kreiert exklusive, auf Bedürfnisse und Räume zugeschnittene Interieurs. Welche Kundinnen und Kunden sind bei Ihnen an der richtigen Adresse?
Ästhetinnen und Designliebhaber, die etwas Unvergleichbares suchen, etwas Besonderes, das zu ihrer Persönlichkeit passt. Die jedoch mit den vielen Entscheidungsprozessen überfordert sind und eine sichere und erfahrene Beratung suchen.

Oft kommt die Innenarchitektur erst gegen Ende einer Projektphase zum Zuge. Welches ist der ideale Zeitpunkt, um involviert zu werden?
Es kann nicht oft genug betont werden, dass Innenarchitekturstudios möglichst früh zum Projekt beigezogen werden sollten. Im Idealfall schon zu Beginn der Konzeptphase, gleichzeitig mit dem Architekturbüro. Besonders wenn Systemmöbel wie etwa «Modulor» von Rimadesio eingesetzt werden sollen, ist dies sehr wichtig. Mit dieser Art von Systemen sollte man von der Innenarchitektur ausgehen – etwas überspitzt formuliert! Hier spielt die Koordination mit den anderen Fachplanenden eine extrem wichtige Rolle. Selbstverständlich sind wir aber flexibel genug, um auch zu einem späteren Zeitpunkt dazuzukommen. Es ist immer noch vieles möglich, auch wenn die Herausforderung grösser ist.

Angenommen, der Zeitpunkt ist ideal. Welche positiven Auswirkungen hat dies aufs Projekt?
Schnittstellen sind unkomplizierter und somit herrscht automatisch weniger Stress für die Bauherrschaft. Alle Beteiligten sind gelassener.

Roomdresser kombiniert Spezialanfertigungen, avantgardistische Unikate und klassisches Design. Die perfekte Mischung?
Das kommt ganz auf den Kunden an. Wie mutig ist die Bauherrschaft? Welche Kunst ist vorhanden, und schliesslich, was gibt die Architektur vor? Natürlich ist es für uns Kreative am schönsten, mit einem Mix aus Unikaten und klassischem Design zu arbeiten. Meistens jedoch wird der Look von der Bauherrschaft vorgegeben. Sie hat das Schlusswort.

In dieser Ausgabe widmen wir uns den Textilien. Welche Rolle spielen Stoffe bei Roomdresser?
Sie sind ein absolutes Muss für uns. Ohne Textilien ist ein Raum nicht fertig eingerichtet. Eine behagliche, gemütliche und akustisch angenehme Atmosphäre erreicht man nur mit Textilien. Zudem erzielt man damit viel Individualität.

Was für interessante Projekte liegen derzeit auf dem Tisch?
Etwas sehr Cooles: Gemeinsam mit Martin Piffer von Roomdresser plane ich gerade die Umnutzung eines ehemaligen Pferdestalls mit 300 Quadratmetern in einen modernen Landsitz. Dabei kommen Rimadesio-Zimmertüren zum Einsatz.


 

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