Wie ein Rundgang durch eine private Kunstgalerie

Eingebettet in die historische Bausubstanz von St. Moritz Dorf liegt das Monopol, eine überraschende Alternative zu dem, was man sich normalerweise unter einem Hotel an diesem legendären Ort vorstellt.

Im Herzen des Dorfes in Fussdistanz zu allen erdenklichen Annehmlichkeiten gelegen, hat es sich organisch aus einem Bauernhof entwickelt. Mit dem Aufkommen des alpinen Tourismus wurde es in ein Gästehaus umgewandelt, das viele Jahre lang im Besitz von Bucherer war. Obwohl das Haus vor einiger Zeit verkauft wurde, befindet sich im Erdgeschoss immer noch der emblematische Laden. Inzwischen hat es der jetzige Besitzer zum Art Boutique Hotel umgestaltet. Obwohl es mit 69 Zimmern nicht besonders klein ist, vermittelt es auf jeden Fall ein Gefühl von Intimität und Sorgfalt, das man mit dieser Typologie assoziiert. Die Zimmer wurden mithilfe von Peter Peeters saniert sowie aufgewertet und präsentieren nun eine private Kunstsammlung, die sich durch das gesamte Gebäude hindurchzieht. Jede der fünf oberen Etagen ist Salvador Dalí, Alberto Giacometti, Marc Chagall, Joan Miró bzw. Pablo Picasso gewidmet. Die Werke finden sich nicht nur an den Wänden der Flure, sondern auch in den Zimmern, was diese zu Unikaten macht, unabhängig von der Zimmerkategorie. Robert Mars, Marc Quinn, Rainer Lagemann und Hunt Slonem schmücken die öffentlichen Räume und vermitteln dem Besucher den Eindruck, einen Rundgang durch eine private Kunstgalerie zu machen. Apropos öffentliche Räume: Das Restaurant wurde zu einem italienischen Gourmet-Tempel umgestaltet, der eine breite Palette der mediterranen Küche bietet. Der Speisesaal vermittelt ein Gefühl von Intimität und Gemütlichkeit mit viel Holz und warmen Farben, die den Gast an die Wurzeln des Orts erinnern und die zeitgenössische kreative Küche umso überraschender machen. Das Highlight vom Monopol liegt jedoch auf dem Dach. Ursprünglich nur ein weitläufiges Spa, teilt sich das sog. Wellavista nun die spektakuläre Aussicht mit der Sky Bar. In Kombination mit der atemberaubenden Aussicht vom Dach wird St. Moritz als Metropole neu inszeniert, nicht als Wintersportort, wie man ihn sich normalerweise vorstellt. Die Dachlinien, die sich in Richtung Badrutt’s Palace erstrecken, und die weitläufigen Berge im Hintergrund sind ein wahrhaft einzigartiges Erlebnis. Es ist erfrischend zu sehen, wie in einem so komplexen touristischen Ökosystem noch Platz für Originalität und Innovation ist. Das Art Boutique Hotel Monopol baut auf der Servicequalität auf, die man vom Schweizer Tourismus erwartet, und umrahmt das Bestehende auf unerwartete Weise neu.

Der Tester
Der Architekt Tudor Munteanu hat an der Accademia di Architettura in Mendrisio studiert und arbeitet beim Zürcher Architekturbüro Pool.

Das Hotel
Art Boutique Hotel Monopol
Via Maistra 17
7500 St. Moritz
monopol.ch

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