«Wir schaffen Sichtachsen»

Wort: Paula Mühlena / Bild: Ruben Hollinger

Alessandro Marchesi, Sie leiten die Niederlassung Outside In sowie die Innenarchitektur und Terrassengestaltung bei Enea. Welche Aufgaben haben Sie inne?
Intern führe ich Teams von Interior-Spezialisten, die Projekte für unsere Kunden planen und gestalten. Im Kontakt nach aussen berate ich Kunden, die unsere Leidenschaft für Qualität und Gestaltung von Lebensräumen teilen. So entstehen inspirierende Gespräche und faszinierende Projekte für Innenräume und Terrassen. Ich verbinde also, unserer Gestaltungsphilosophie «Outside In» entsprechend, das Äussere mit dem Inneren, die Kundenwünsche mit der Planung und Gestaltung.

Wie lautet die Kernaussage des Konzepts «Outside In», das von Enea etabliert wurde?
Das Konzept fokussiert seit 15 Jahren die Verbindung und ganzheitliche Gestaltung von Aussen- und Innenräumen. Durch die geschickte Positionierung eines Baumes, die Wahl der Formen und Farben unter Berücksichtigung des Ortes und der umgebenden Landschaft oder etwa die Integration verschiedener Ebenen kreieren wir Sichtachsen und raumbildende Tiefen. So einen wir Räume zu einem Lebensraum. Durch die sich ergänzenden Pflanzencharakteristika und die nicht nur horizontale, sondern auch vertikale Abstimmung schaffen wir zudem ein Mikroklima, das den Lebensraum spürbar angenehmer macht.

Können Sie ein Beispiel für diese Philosophie nennen?
Terrassen sind ein gutes Beispiel. Oft sind sie nach Südwesten ausgerichtet. Das bedeutet viel Sonne, aber auch Hitze. Anstatt die Storen dauerhaft geschlossen zu haben, können Zierbäume ein Dach bilden, Schatten spenden sowie ein angenehmes Klima und durch die wieder gewonnene Aussicht neue Perspektiven schaffen. Ziel ist immer einen erlebbaren Mehrwert für unsere Kunden durch die Verbindung von Innen- und Aussenraum zu kreieren.

Welche Aufgaben stellt die moderne Architektur? Wie reagiert Enea auf aktuelle Trends?
Besonders in der Landschaftsarchitektur sehen wir das Potenzial, die Herausforderung des Klimawandels anzugehen. Grundsätzlich ist es unser Ziel, unser Know-how zur Verbindung von Technologie und Natur zu nutzen. So arbeiten wir etwa an Lösungen, Regenwasser unter der Terrasse aufzufangen und zur Bewässerung zu nutzen.

Wie kommt es, dass Enea nicht nur in der Schweiz, sondern auch in New York oder etwa Mailand vertreten ist?
Wir möchten so viele Menschen wie möglich für Gärten begeistern, die Generationen überdauern. Das Projekt für die Aussengestaltung des Rockefeller Centers in New York ist so ein Beispiel, oder das Projekt an der One High Line des Architekten Bjarke Ingels. In Miami wiederum sind wir seit bald 20 Jahren als Spezialisten für tropische Gartenanlagen etabliert. Besonders freuen wir uns über das neue Projekt für das ikonische Hotel «The Raleigh» in South Beach. All diese Projektsituationen zu erleben, fördert auch die kontinuierliche Weiterentwicklung.

Mitten in Zürich hat Enea einen Showroom. An welches Publikum richtet er sich?
Wir nennen den Raum Projekt-Boutique. Zu unserem Publikum zählen wir Menschen mit Affinität zu Design, die den Wert von genuinem Handwerk schätzen, Individualität leben und über den Modetrend hinaussehen. Unsere Vision ist, Werte für Generationen zu schaffen.


 

 

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