«An der Hohlstrasse 100 haben wir unser Zuhause gefunden»

Vor vier Jahren konnte Fabio Dubler, Firmengründer und Inhaber von H100, mit seinen drei Ladenkonzepten – Bogen 33, Viadukt 3 und Memorie.ch – die Räume an der Hohlstrasse 100 in Zürich beziehen. Wir sprechen mit ihm über sein aussergewöhnliches Möbel-Angebot von Originalen bis zu Re-Editionen und seine Pläne für die Zukunft von H100.

Fabio Dubler in seinem Möbelladen H100 an der Hohlstrasse 100 in Zürich, der eine einzigartige Auswahl an Vintage- und neuen Möbeln anbietet. Bild: Ruben Hollinger.

Fabio Dubler, Sie sind der Eigentümer und Gründer von H100. Wie ist das Zürcher Möbelhaus für Vintage- und neue Möbel entstanden?
Der Ursprung von H100 war der Laden Bogen 33, den ich mit einem Freund 2003 in einem SBB-Viadukt eröffnete. Das war damals eine Idee ohne grosse Hintergedanken. Wir waren jung, hatten Freude an Vintage-Möbeln, dem Suchen und Finden und wollten einen eigenen Laden betreiben. Danach waren wir über sechzehn Jahre lang an der Geroldstrasse 33 eingemietet. Dort konnten wir uns weiterentwickeln und wachsen. Aufgrund der Überlegung, dass unsere Holzmöbel einen eigenen Raum brauchen, haben wir 2013 an derselben Adresse den Laden Viadukt 3 etabliert. Schon damals war unser Lager mit dem «Open Storage»-Shop, in den heutigen H100-Räumlichkeiten angesiedelt. Vor vier Jahren konnten wir mit unseren drei Ladenkonzepten – Bogen 33, Viadukt 3 und Memorie.ch – die Räume an der Hohlstrasse 100 beziehen. Wir haben ein gemeinsames Zuhause gefunden. Das fühlt sich an, als wären wir erwachsen geworden.

Die drei Konzeptideen sind bis heute dieselben geblieben. Worauf sind die einzelnen Shops spezialisiert?
Durch unser aussergewöhnliches Angebot von Originalen bis zu Re-Editionen, können wir die enorme Vielfalt des Möbeldesigns der letzten 150 Jahre präsentieren. Unser grosses Sortiment ist einzigartig in der Schweiz. Der Bogen 33 steht für Vintage-Möbel und Designklassiker aus den 1950er- bis 1980er-Jahren sowie für ein umfangreiches Gartenmöbel-Sortiment. Der Viadukt 3 ist Spezialist für antike und neue Holztische sowie Holzstühle. Dazu gehört eine breite Vielfalt an Beizenstühlen, Biedermeiertischen sowie neu produzierten Massivholz-Klassikern von Horgenglarus und Thonet. Memorie.ch deckt Designikonen ab, die noch immer hergestellt werden. Hier können Wunschobjekte auch online bestellt und nach Hause geliefert werden. Mit diesem umfassenden Angebot zeigen wir Designgeschichte auf. Das bringt unsere Arbeit in direkte Verbindung mit der Zeitgeschichte, was für mich persönlich ein spannender Aspekt in meinem Berufsalltag ist, der mich immer wieder neu motiviert.

Welche Vorteile ergeben sich daraus, dass alle drei Läden inklusive der «Open-Storage» an der Hohlstrasse 100 unter einem Dach vereint sind?
Für die Kundschaft ist es ein Erlebnis, durch unsere unterschiedlichen Möbelwelten zu schlendern, ohne vom einen zum anderen Laden gehen zu müssen. Zusätzlich kann bei Interesse in unserem «Open Storage» jederzeit ein Objekt besichtigt und gekauft werden. Auch personaltechnisch bringt der Zusammenzug viele Vorteile. Dass das gesamte Team, inklusive Werkstatt und Administration, an einem Ort ist, erleichtert uns vieles.

Sie handeln seit über 20 Jahren mit Möbeln. Stellen Sie auch welche in Eigenproduktion her?
Ja, dies ergab sich organisch, ursprünglich durch den Bedarf von Restaurationen. Der Spaghetti-Stuhl war das erste Objekt, das wir selbst produzierten. Wir kauften alte Stahlrohr-Rahmen und bespannten sie neu. Später haben wir auch die Rahmen selbst hergestellt und das Design formtechnisch erneuert. Ähnlich war es mit der Herstellung der anderen Produkte. Heute besteht unser Möbel-Portfolio aus einem umfassenden Sortiment für den Wohnbereich, den Hotellerie- und den Gastronomiebedarf.

Wo setzen Sie den Schwerpunkt für die Zukunft von H100?
Im Ausbau unserer Serviceleistungen, insbesondere im Bereich der Inneneinrichtung, sowie in der Erweiterung und Entwicklung der eigenen Möbelkollektion. Eine Vergrösserung unseres Portfolios bedingt, dass wir den Design- und Herstellungsprozess noch systematischer aufbauen. Das wird eine weitere, spannende Geschichte.

h100.ch

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