Zehnmal dreissig

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Memphis

Zehnmal dreissig

Mitjubilare

Ein Hoch auf weitere ­Jubilare, die alle ein Stück Designgeschichte geschrieben haben.

Taraxacum 88
Bei einem Blick zurück in die Designgeschichte darf ein Name natürlich nicht fehlen: Achille Castiglioni (1918–2002). Der Mailänder Architekt und Gestalter prägte die italienische Designlandschaft in den Nachkriegsjahren entscheidend mit. Diverse Produkte entwarf er unter anderem auch für das Leuchtenunternehmen Flos. Von diesem stammt das Modell «Taraxacum 88», das nach wie vor in Produktion ist.
flos.com

Carlton
In den 80er-Jahren formierte sich ein Grüppchen kreativer Köpfe, das sich gegen die starren Regeln des ­gestalterischen Diktats «form follows function» auflehnte. Sie gründeten zusammen die Gruppe «Memphis» und entwarfen unter diesem Label verrückte und verspielte Möbel, Leuchten und Accessoires. Unser Lieblingsstück und auch eines der bekanntesten Memphis-Objekte ist das Bücherregal «Carlton» von Ettore Sottsass aus dem Jahr 1981. Sieben Jahre später, also exakt in dem Jahr, als die Wohnrevue aus der Taufe gehoben wurde, hat Sottsass die Memphis-Gruppe aufgelöst.
memphis-milano.com

Wave
Kantig und zackig, aber auch von einer unverwechselbaren Eleganz ist dieser Entwurf von der gross­artigen Architektin Zaha Hadid (1950–2016). Das Sofa «Wave» hat sie 1988 entworfen, und das italienische Designlabel Edra produzierte das Liebhaberstück während einiger Jahre. Heute werden nur noch ab und zu Auktionsstücke gehandelt, mindestens 15  000 US-Dollar sollte man aber schon bieten können …
edra.com

 

edra

Alessi

Resol

Wogg

Cappellini

Cassina

Belux

Moroso | Vitra

Juicy Saif
Das Kultobjekt schaut aus wie eine Mischung aus Rieseninsekt und Marsbewohner. Man kann zweifelsohne behaupten, dass es die bekannteste Zitronenpresse ist: «Juicy Salif». Der Entwurf von Tausendsassa Philippe Starck aus dem Jahr 1988 hat die Designwelt gespalten. Die Gegner taten ihn als funktionalen Unsinn ab, während die Fans das Objekt wie ein Kunstwerk verehrten. «Juicy Salif» steht in zahlreichen ­Designmuseen, darunter auch im Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Zum 25. Geburtstag wurde die Zitronenpresse in diversen Sondereditionen wie in mattem Weiss oder in Kupferfarbe herausgegeben.
alessi.com

Toledo Air
Der Gartenstuhl «Toledo» wurde ursprünglich in Aluminium gefertigt. Die Herstellung im Druckgussverfahren war vor 30 Jahren technisch äusserst innovativ. Das Original aus der Feder des spanischen Designers Jorge Pensi wird nicht mehr produziert, doch gibt es seit einigen Jahren eine neue Version des stapelbaren Stuhls aus Kunststoff: «Toledo Air».
resol.es

Wogg 12 Stripe
Das renommierte Architekten- und Designerpaar Trix und Robert Haussmann bekannte sich bei seinen Entwürfen zur formalen Strenge, doch sie liebten auch das Spielerische. In diese Kategorie gehört das Sideboard «Wogg 12 Stripe», ein Entwurf aus dem Jahr 1986, das 1988 bei Wogg in Produktion ging.
wogg.ch

Thinking Man's Chair
Er ist der wohl bekannteste ­Talentejäger der Branche: Giulio Cappellini (*1954). Für das einst von ihm geführte gleichnamige ­Möbellabel Cappellini holte er viele Jungdesigner an Bord, die alsdann senkrecht durchstarteten. Darunter etwa Tom Dixon, Joe Colombo, Marc Newson oder Jasper Morrison. ­Letzterer entwarf 1986 auch den legendären «Thinking Man’s Chair» für eine Messe in Japan. Seit 1988 ist er bei Cappellini in Serienproduktion.
cappellini.it

Utrecht
Gerrit Rietveld (1888–1964) ist einer der bekanntesten Vertreter der niederländischen Künstlergruppe De Stijl, die Strenge und Geradlinigkeit förmlich zelebrierte. Rietveld entwarf neben dem bekannten rotblauen Stuhl auch den Sessel «Utrecht», der 1988 von Cassina in die Serienproduktion aufgenommen wurde.
cassina.com

Classic
Diese Leuchte ist kein bekannter Klassiker, aber ein zeitlos-schönes, zurückhaltendes Objekt. Genau darum möchten wir ihm hier auch ein Kränzchen winden. Die 30-jährige Stehleuchte «Classic» des Schweizer Herstellers Belux wird neu auch in einer LED-Version angeboten. ­Design: Albert Schuppli.
belux.com

Big Easy Chair
Der Name von Ron Arad tauchte in den späten 80er-Jahren auf dem Designradar auf. Dann fertigte der Israeli in seinem Londoner Studio One Off monumentale Stahlskulpturen. Eine davon entstand 1988, er nannte sie Big Easy. Weil die Fachwelt so begeistert von den Kolossen war, wurde der Sessel zum Beispiel vom Möbellabel Moroso in einer gepolsterten Version als «Big Easy Chair» lanciert. Und Vitra nahm das Möbel in seine Miniaturensammlung auf (Bild).
moroso.it, vitra.com