Stiller Macher

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Zu Besuch im Atelier von Moritz Schmid

Szenekenner schätzen ihn, die breitere Öffentlichkeit kennt ihn hingegen kaum. Das wollen wir ändern und widmen unser Heftthema dem Schweizer Gestalter Moritz Schmid. Den Auftakt macht ein Studiobesuch.

Wie ein Bühnenvorhang wirkt der hellgraue Wollvorhang im Zürcher Grossraumbüro. Dahinter wirkt einer, der das Rampenlicht eher scheut und lieber seine Produkte in Szene setzt als sich selbst. Es ist das Studio von Moritz Schmid, der seit 2008 selbstständig ist. Zuvor war er vier Jahre lang als Designer und Projektleiter im Studio von Alfredo Häberli in Zürich tätig. Eine für ihn wichtige Zeitspanne, die er wie eine Fortsetzung seiner Ausbildung zum Produktdesigner an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel sieht. Sein Portfolio umfasst Produkte von namhaften Brands wie Kvadrat, Röthlisberger oder Glas Trösch sowie Ausstellungsdesign. In der Schweizer Designlandschaft ist Moritz Schmid zeitlich zwischen der Generation gestandener Designer – darunter etwa Alfredo Häberli oder Jörg Boner – und Nachwuchstalenten zu verorten. Was seine unterschiedlichen Produkte gemeinsam haben, ist die Verbindung von Vertrautheit und Neuartigem, von Präzision und Raffinesse. Eine Kombination, die dem 43-Jährigen bereits eine stattliche Anzahl an Auszeichnungen beschert hat, zum Beispiel die Auszeichnungen vom Design Preis Schweiz sowie dreimal den Swiss Design Award vom Bundesamt für Kultur. In seinem Studio hat der Designer mit uns über seine Pläne, seine Arbeitsweise und Haltung gesprochen.

Moritz, braucht es in einer Designerkarriere Glück und Mut für ein eigenes Studio?
Ich glaube nicht, dass ich mutig war, mein Studio zu gründen. Es ist umgekehrt: Meine Leidenschaft für den Beruf machte mir Mut. Ich hatte das grosse Glück, von unterschiedlichen Förderinstitutionen Unterstützung zu bekommen. So konnte ich mich von Anfang an zu 100 Prozent meinen Projekten widmen. Dafür bin ich sehr dankbar!

Was braucht es, um ein gutes Produkt zu entwickeln?
Mich interessiert es nicht, einfach nur eine Skizze einzureichen. Um ein gutes Produkt zu entwickeln, ist ein offener, ehrlicher Austausch mit dem Auftraggeber zentral. Es braucht einen konstruktiven Dialog und vor allem die Offenheit, etwas aus einer anderen Perspektive betrachten zu wollen. Das klingt vielleicht, als sei dies selbstverständlich, ist es aber nicht.

Was ist neben dem Dialog wichtig in deinem Arbeitsprozess?
Wenn es darum geht, Ideen und Ansätze zu entwickeln, ist der Rückzug in mein Studio für mich sehr wichtig. Ich brauche diese Ruhe – sie ist wichtig für die Reflexion.

moritz-schmid.com

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Aprilausgabe der Wohnrevue. Hier bestellen.

Wort
Katrin Ambühl

Bild
Rasmus Norlander

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