Stark verwurzelt, gut vernetzt

Stark verwurzelt, gut vernetzt

Portät Carlo Clopath

Er ist ein stiller Schaffer mit Basis in Trin-Mulin, einem Bergdorf in der Nähe von Chur. Hier ­findet Carlo Clopath Ruhe und Inspiration für die Entwicklung seiner Alltagsobjekte. In jedem einzelnen – von der Kochkelle übers Bücherregal bis hin zur Bürste – spiegelt sich diese Ruhe wider. Die Entwürfe sind schlicht und dennoch kraftvoll, vertraut und neu.

Weiss, Berge, Stille. Die Stimmung und der Blick auf die winterliche Alpenlandschaft könnten aus einem Ferienprospekt für ein romantisches Chalet stammen. Für Carlo Clopath ist es hingegen das Umfeld seines Arbeitsplatzes. Vor vier Jahren hat er sich in dem zweistöckigen Gebäude, der ehemaligen Werkstatt des Elektrizitätswerks Trin, eingenistet. Hier zeichnet, entwickelt, überarbeitet der Bündner seine Produkte bis hin zur Perfektion. Nicht nur die Ruhe des Orts unterstützt ihn bei seiner Arbeit. «Zeit ist ein wichtiger Faktor», betont er und präzisiert: «Das Gestalten ist ein langsamer Prozess, und meinen Entwürfen gehen lange Zeiträume sorgfältiger Überlegungen voraus. Ein neues Projekt beginnt immer mit einer Auslegung aller Dinge, die ich gehortet habe, materiell und geistig. Ich bin überzeugt, dass das Sammeln etwas vom Wichtigsten im Leben ist.» Und immer geht es in diesem Prozess um die Suche nach Ehrlichkeit und Einfachheit. Das Atelier in Trin-Mulin ist der optimale Ort für seine Arbeitsweise. Ein Ort, wo er aufgewachsen ist, von dem er in die Welt ausgeschwärmt und zu dem er wieder zurückgekehrt ist.

Nach der Matur hat Clopath ein Jahr lang im ehemaligen Architekturbüro von Heinz Caflisch in Chur gearbeitet. Eine gute Erfahrung, die ihm aber auch gezeigt habe, wie viele Beteiligte und Entscheidungsträger bei Architekturprojekten involviert seien und wie viele Kompromisse gemacht werden müssten. Kompromisse oder Abstriche in der Qualität mag Clopath aber gar nicht. Deshalb entschied er sich nicht für eine Laufbahn als Architekt, sondern für ein Studium in Industrial Design an der Lausanner Designschmiede Ecal. Das konzeptuelle Arbeiten, das von Zwängen befreite Experimentieren hat ihm zugesagt, doch die Liebe zum Detail, die Suche nach der perfekten Form hat er erst später entdeckt bei einem Praktikum im Studio von Cecilie Manz in Kopenhagen. Die dänische Gestalterin ist bekannt für ihre Leuchten, Möbel und Objekte, die reduzierte Formen, hochwertige Materialien und schöne Details kombinieren. «Den sinnlichen ­Aspekt im Design, die Suche nach der perfekten Linie habe ich bei Cecilie gelernt», ist der Bündner Gestalter überzeugt. In seinen ­ersten eigenen Entwürfen ist seine Seelenverwandtschaft mit dem dänischen Design denn auch deutlich sichtbar. Zum Beispiel bei «Palutta», einer Kollektion von Küchenaccessoires, die formal karg sowie kraftvoll sind und die schön ausgearbeitete Details wie Griffe, Einschnitte oder Rillen aufweisen.

Das ganze Porträt lesen Sie in der Februarausgabe der Wohnrevue. Hier bestellen.

Wort
Katrin Ambühl

Bild
Carlo Clopath
Hansruedi Rohrer