Sneak Peek

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Giesserei Christenguss

Nur einen Katzensprung von der Wohnrevue-Redaktion entfernt befindet sich die ­Giesserei Christenguss. Das Familienunternehmen spezialisierte sich in den vergangenen Jahren auf das Giessen von hochkomplexen Formen. Nach mehreren Partner-Projekten mit der ETH Zürich startet Christenguss seine erste ­Zusammenarbeit im Bereich Möbeldesign: Eine Kollektion, welche die beiden Designer Moritz Schmid und Ville ­Kokkonen für das Churer Label Okro entwerfen.

Im Industriegebiet von Bergdietikon, knapp 20  Minuten von Zürich entfernt, befindet sich die Giesserei Christenguss. Das sympathische Lachen hinter der coronakonformen Maske verborgen, begrüsst uns Geschäftsführer Florian Christen zusammen mit Heinz Caflisch von Okro und den Designern Moritz Schmid und Ville Kokkonen. Unserem Treffen ist ein langes Gespräch mit dem Churer Galeristen und Tausendsassa Caflisch vorausgegangen, bei dem er uns von diesem einzigartigen Projekt erzählte.

Der unkonventionelle Projektansatz
Der Churer mischt derzeit die Schweizer Designszene immer wieder auf. Mit spannenden Ausstellungen in der Galerie Okro und immer wieder neuen Zusammenarbeiten mit unterschiedlichen Designern. Mit Moritz Schmid hat der Churer Macher schon öfters zusammengearbeitet (wir berichteten in der WR 4/20). «Eines Tages erzählte mir Moritz, dass er mit Ville Kokkonen, dem ehemaligen Designchef von Artek, gern ein Projekt zum Thema Aluminium machen würde», erzählte uns Caflisch. Er wiederum kannte Florian Christen von Christenguss und machte den beiden Desi­gnern den Vorschlag, eine Kleinserie für Okro zu produzieren. «Das Spezielle am Projekt ist der Ansatz, dass die Designer direkt mit dem Produzenten das Produkt entwickeln und im Prozess ausloten, welche Möglichkeiten in diesem Fall der Aluminium-Guss bietet», erklärt Caflisch.

«Im Normalfall bekommen wir das Briefing vom Hersteller, ein Produkt zu entwerfen, das dann produziert werden soll», sagt Kokkonen und Christen ergänzt: «… und wir bekommen einen fixfertigen Plan, wie das Produkt aussehen soll. Dabei wäre es von Vorteil, bereits bei der Entwicklung dabei zu sein, um die Designer auf die Möglichkeiten des Giessens aufmerksam zu machen und die Vorteile der im 3D-Druckverfahren hergestellten Gussformen auszuloten.» Genau hier setzt das gemeinsame Projekt von Christenguss, Okro, Schmid und Kokkonen an. Derzeit sind die Designer daran, erste Formen in 3D-Druck zu produzieren. «Diese Formen drucken wir aus einer Sandmischung. In einem späteren Schritt werden mit demselben 3D-Druckverfahren Gussformen (Negative) hergestellt, in welche das flüssige Aluminium gegossen wird und so Einzelteile entstehen, die dann zu fertigen Stühlen zusammengesetzt werden», erklärt Christen. Der Ausgang des Projekts ist momentan noch offen. Schmid und Kokkonen arbeiten derzeit an verschiedenen Stuhlformen. Kokkonens Entwurf geht in die Richtung Outdoor-Loungesessel, Schmids Entwurf in Richtung Aluminium-Stuhl. Denkbar ist eine limitierte Kollektion von Aluminium-Stühlen für Okro, die später erweitert werden kann – zum Beispiel mit einem Beistelltisch. «Dass der Ausgang noch völlig offen ist, macht das Projekt ungemein spannend», bestätigt Christen, während er mit Kokkonen und Schmid darüber diskutiert, wie schmal die einzelnen Stuhlteile gegossen werden können, ohne dass sie an Stabilität verlieren. Bilder von den Entwürfen gibt es derzeit noch keine – aber wir werden die Entstehung der neuen Okro-Kollektion weiterhin redaktionell begleiten: Fortsetzung folgt!
christenguss.com, okro.commoritz-schmid.com, villekokkonen.com

Wort
Benjamin Moser

Bild
Mihai Sovaiala

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