Massstabsgetreue Miniaturen

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Zaborowsky Modellbau

Als einer der Ersten widmete sich der seit über 70 Jahren existierende Zürcher Betrieb ­Zaborowsky Modellbau der Kunst des Architekturmodellbaus. Wir waren zu Besuch in der Werkstatt, in der mit höchster Präzision gerarbeitet wird, und trafen den Inhaber Duri Hess.

Etwas versteckt, in einem Innenhof im Zürcher Kreis 4, liegt das alte, hübsche Backsteingebäude. Einst war hier in den unteren Stockwerken eine Fensterfabrik eingemietet, 2009 zog Zaborowsky Modellbau ein. Das geschichtsträchtige Unternehmen wurde 1949 von Willi Zaborowsky gegründet und war eines der ersten, die sich auf Architekturmodellbau spezialisierten. Seit Ende 2005 wird die Firma von Duri Hess geführt, der lächelnd vor der Tür wartet. «Gehen wir doch gleich runter in die Werkstatt, so bekommt ihr einen ersten Einblick in unsere Arbeit», sagt er, während er die Aussentreppe zur Werkstatt runtergeht. Als er die hellgraue Tür öffnet, fällt sofort die beinahe blendende Helligkeit im Raum auf. Auf jedem der sieben Arbeitstische stehen mindestens zwei grosse Leuchten; die zahlreichen Deckenleuchten streuen zusätzliches, kaltes Licht. Dieses wird wiederum von den weissen Modellen reflektiert, die überall herumstehen. Doch nicht nur hell ist es, sondern auch staubig – und unerwartet still. Hoch konzentriert sitzen die sechs Modellbauer und die junge Berufslernende an ihren Plätzen und arbeiten akribisch – fast wie Uhrmacher – an ihren präzisen Minigebäuden. Ihnen zuzuschauen, ist irgendwie entspannend – und faszinierend. Ab und an unterbrechen Maschinengeräusche die Stille, denn in ihrem Beruf ist nicht nur haargenaue Handarbeit gefragt, sondern auch der fachgerechte Umgang mit konventionellen Maschinen wie Kreissägen, Hobel- und Bohrmaschinen sowie mit moderneren Geräten wie CNC-Fräsen und dem 3D-Drucker. «Den 3D-Drucker brauchen wir für Details wie Wendeltreppen oder spezielle Dachformen. Die CNC-Fräse kommt meistens für die Fassadengestaltung zum Zug», erklärt Duri Hess. Er selber baut schon lange keine Modelle mehr. Ihn trifft man meistens im tageslichtdurchfluteten Büro im Hochparterre. «Ich habe die Hände voll zu tun mit Administration, Koordination und Organisation. Für das Handwerk bleibt mir keine Zeit mehr übrig», sagt der Geschäftsführer. Er war übrigens schon in den 90er-Jahren fünf Jahre lang für Zaborowsky Modellbau tätig gewesen, frisch nach Lehrabschluss. Danach arbeitete er während zehn Jahre bei einem Architekten, der eine eigene Werkstatt hatte. Ende 2005 kam er schliesslich zurück, weil sein Vorgänger einen Nachfolger suchte.

«Da ich die Kundschaft und die Firma sehr gut kannte, fand ich das eine tolle Chance», sagt Duri Hess. Von seinem Büro führt eine Tür zu einem grosszügigen Hinterzimmer, das als Pausenraum dient und in dem zudem ein kleines Fotostudio eingerichtet ist. Hier fotografiert der Geschäftsführer alle Modelle selbst, bevor sie verpackt und mit einem speziellen Kurier versandt werden. «Die Kunden schätzen das sehr. Vor allem bei Wettbewerben bekommen viele das fertige Modell gar nicht zu Gesicht, bevor es abgegeben wird. Nach den Jurygesprächen sind die Modelle oft verstaubt oder sogar leicht beschädigt.»
zaborowsky.ch

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Wort
Nuria Peón

Bild
Ruben Hollinger

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