Lichtgestalt des Schweizer Designs

 

Eclipse Studios
Die beiden Brüder Michael (rechts) und Faro Burtscher (Mitte) gründeten zusammen mit Reto Coaz (links) 2007 die Firma Ecplise Studios. Seit drei Jahren arbeiten sie an einem Dokumentarfilm über Willy Guhl, der 2021 Premiere feiern wird. Die im Rahmen des Dokumentarfilms entstandene Ausstellung in der Kammgarn West (ehem. Halle für Neue Kunst Schaffhausen) ist vom 12. bis zum 21. Juni 2020 geplant. Die Durchführung ist noch ungewiss. Aktuelle Infos zum Projekt unter:
willyguhl.ch

Wort
Benjamin Moser

Bild
Faro Burtscher
Willy Guhl (1915 – 2004) war Mitbegründer der Vereinigung Schweizer Innenarchitekten (VSI) und unterrichtete knapp 40 Jahre an der heutigen Zürcher Hochschule der Künste. Reto Coaz und die Brüder Michael und Faro Burtscher von der Kreativagentur Eclipse Studios produzieren auf Eigeninitiative einen Dokumentarfilm über den Altmeister. Wir sprachen mit den Machern über ihr Herzensprojekt.
Willy Guhl ist bekannt in der Schweizer Gestalterszene: Jeder Designstudent kennt den «Guhl-Stuhl», den er für die Firma Eternit entwickelte. Auch sein Bestreben, die Kunstgewerbeschule enger als damals üblich mit der Industrie zu verknüpfen, um den Schülern bessere Zukunftschancen zu verschaffen, ist allgemein bekannt. Sucht man nach Bildmaterial über den Altmeister, findet man jedoch nur wenig. Bilder aus der Anfangszeit seiner Karriere, als er sein eigenes Studio gründete (1939), bestehen fast keine. «Filmisch gibt es noch weniger Material als fotografisch», sagt Michael Burtscher, auf die Beweggründe ihres Filmprojekts angesprochen. Der Auslöser für das Projekt war aber ein Zufall: Eclipse Studios produziert Grafik und Werbespots für unzählige Schweizer Firmen und KMU. Eines Tages kam ein Kunde im Schaffhauser Studio vorbei, um ein laufendes Projekt zu besprechen. Beiläufig schaute er sich einen roten Stuhl von der Seite an und bemerkte: «Ich wusste gar nicht, dass ‹Modell 3100› für Dietiker in Rot produziert wurde.» Auf seine vertieften Kenntnisse über Guhls Werk angesprochen, stellten Michael und sein Bruder Faro fest, dass ihr Kunde Guhls Sohn war. «Willy stammte auch aus Schaffhausen – dass sein Sohn unser Kunde ist, hätten wir ohne diesen Zufall nie herausgefunden», sagt Faro. Die Brüder begannen dem Hinweis des Sohns nachzugehen und merkten bald, dass es keinen ausführlichen Dokumentarfilm über den Grossmeister des Schweizer Designs gibt. «Kurz entschlossen machten wir uns zum Ziel, diesen Umstand zu ändern und einen Dokumentarfilm zu drehen.»

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