Gestaltung trifft auf Wissenschaft

Hot Wire Extensions — Studio Ilio

So Male — Nora Urscheler

Gestaltung trifft auf Wissenschaft

Rado Star Prize for Young Talents

Mit 66 Eingaben ist der Rado Star Prize for Young Talents die grösste Kategorie beim diesjährigen Design Preis Schweiz. Neun Projekte ­wurden insgesamt nominiert. Davon zeigen wir drei, für ­welche jahrelange Ent­wicklungs- und Forschungs­arbeiten notwendig waren.

Hot Wire Extensions — Studio Ilio
Vier Jahre investierten die Macher von Studio Ilio in die Entwicklung ihres Herstellungsverfahrens. Dieses basiert auf Nylonpulver, das als Abfall beim Betrieb von 3D-Druckern anfällt – ein Material, das bisher nicht recycelt werden konnte. In einem Behälter wird aus Draht eine Form definiert und der Hohlraum anschliessend mit einem Mix aus Nylonpulver und Siliciumsand gefüllt. Die in Form gebogenen Drähte werden unter Strom gesetzt und auf ca. 300 °  C erhitzt. Das pulverförmige Material verschmilzt zu einem festen, knochenartigen Körper, der umso dicker wird, je länger der Strom durch die Drähte fliesst. Um das gestalterische und technische Potenzial des Verfahrens zu erforschen, entstanden zahlreiche experimentelle Möbelobjekte, die über Galerien oder auf Bestellung vertrieben werden. Mittelfristig strebt Studio Ilio eine serielle Produktion seiner Objekte an.
studio-ilio.com

So Male — Nora Urscheler
Die im Rahmen ihrer Masterarbeit an der ZHdK entstandene Trendstudie deckt marktorientiert die Bedürfnisse bzw. Werthaltungen moderner Männer auf. Nora Urschelers Forschung basiert auf der visuellen Analyse von über 2000 Bildern aus Mode und Streetstyle. Die Fotos dokumentieren Handlungen, wie z. B. die Wahl der Bekleidung oder Körperposen. Die Designerin analysiert die Bilder systematisch, kontex­tualisiert sie mithilfe kulturwissenschaftlicher Forschungen und definiert daraus verschiedene Trends. Aus diesen lassen sich Handlungsempfehlungen für Designer, Strategen oder ­Werber ableiten.
elsta.ch

The Reagiro — Reto Togni
Dieser Rollstuhl hats in sich: Dank eines zum Patent angemeldeten Mechanismus lässt sich Reto Tognis «Reagiro» durch eine seitliche Neigung des Oberkörpers lenken. Eine flexible Rückenlehne nimmt die Körperbewegung auf und überträgt dabei den Impuls an die Vorderräder des Rollstuhls. Abhängig vom Neigungswinkel des Oberkörpers wird eine mehr oder minder starke Kurvenfahrt eingeleitet. Das Konzept von «Reagiro» hat mittlerweile weitere wissenschaftliche Forschungsprojekte angestossen, in die auch ein renommierter industrieller Partner involviert ist.
retotogni.com

Alle für den Design Preis Schweiz nominierten Projekte finden Sie hier.

 

The Reagiro — Reto Togni