Stets aus einem Bedürfnis heraus

Eleonore Peduzzi Riva wurde diesen Frühsommer mit dem Schweizer Grand Prix Design ausgezeichnet. Ist sie hierzulande nur wenigen ein Begriff, geniesst sie in Italien ein grosses Renommee.

Eine Zigarette darf auch heute nicht fehlen, aber erst ab 18 Uhr. Die Asche streift Eleonore Peduzzi Riva im «Spyros» ab. Sie entwarf den Aschenbecher in den 1960er-Jahren. Artemide nahm ihn 1967 in die Produktion auf. Bild: Geri Born

«Würden Sie hier in Riehen nach der Designerin Eleonore Peduzzi Riva fragen, Sie würden nur Schulterzucken ernten», erzählt die 87-jährige Baslerin. «Hier kennt mich niemand.» Das kommt nicht von ungefähr, hat sie doch ihr gesamtes Berufsleben in Mailand verbracht. Seit der Heirat mit ihrem zweiten Ehemann vor rund 30 Jahren pendelte sie zwischen der norditalienischen Metropole und der idyllischen Gemeinde im Kanton Basel-Stadt.

Auch heute noch hat sie ein Studio in der lombardischen Grossstadt, welches sie regelmässig aufsucht. «So unbekannt ich in der Schweiz bin, so präsent war ich in Italien», bringt es Peduzzi Riva auf den Punkt. In ihrer aktiven Zeit war sie dort in den einschlägigen Architektur- und Designmagazinen bestens vertreten. «Einen Preis habe ich jedoch auch in Italien nie gekriegt, obwohl ich mehrmals nominiert war. Umso mehr freue ich mich über den Grand Prix Design», hält die Designerin und Architektin fest.

Erstmals zog es sie in den 1950er-Jahren nach Mailand, um bei Gio Ponti ein Praktikum zu absolvieren. Doch dieses Arbeitsverhältnis kam nicht zustande. So beschloss Peduzzi Riva, die Architekturfakultät Politecnico di Milano ein Jahr als Gasthörerin zu besuchen. Von der Atmosphäre, die sie dort vorfand, war sie begeistert. Obwohl sie die einzige Frau ihres Jahrgangs war, wurde sie akzeptiert. Man unterstützte sich gegenseitig, statt sich zu konkurrenzieren. Sie fühlte sich sofort wohl in dieser jungen, lebendigen Architektur- und Künstlerszene. Doch nach einem Jahr hiess es: zurück nach Basel, um die Ausbildung zu Ende zu bringen.

Sobald sie ihr Studium der Innenarchitektur an der Fachklasse für Innenausbau an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel beendet hatte, zog sie definitiv nach Mailand. Dort gründete sie mit ihrem ersten Mann, dem Ingenieur Sandro Riva, ein Architekturbüro. Dank ihm gelangte sie an ihre ersten Aufträge: «Mein Mann wirkte für mich gegen aussen wie eine Qualitätsgarantie», hält die Architektin und Designerin lakonisch fest. Dennoch musste sich Peduzzi Riva zu Beginn beweisen, eine junge Frau als «Architetto» war damals ein ungewohntes Bild. «Doch als die Handwerker realisierten, dass ich meine Sache im Griff hatte, entstand eine fantastische Zusammenarbeit», erinnert sie sich.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der aktuellen Wohnrevue 11-23.

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