Veronika Gombert

Die abstrakt-geometrische Leuchte überzeugt mit vielschichtigem Gestaltungskonzept und der Verknüpfung verschiedener Potenziale des Entwurfkontexts.

Veronika Gombert studierte Industriedesign an der Basler FHNW, arbeitete bei Jasper Morrison und Barber Osgerby in Paris und London. In Zürich betreibt sie ihr eigenes Studio, wo sie als Gestalterin Produkte und Räume entwickelt.

Das Konzept
Da Veronika die Kooperation mit Schätti in das Projekt einbeziehen wollte, setzte sie sich das Ziel, dass ihre Leuchte den Anforderungen für die industrielle Herstellung erfüllt und ein Teil der Leuchte von Schätti angefertigt werden konnte. Auch Okro berücksichtigte die Gestalterin bei ihrem Konzept. Die Leuchte sollte der Galerie und ihrer selbstbewussten Proklamation von erfrischend mutiger Gestaltung entsprechen. In diesem Zusammenhang beschloss die Designerin, in ihrem Entwurf die poetische und ästhetische Natur von Licht hervorzuheben. Nebst diesen Ansprüchen beschäftigte sie sich mit der Frage, wie das LED-Leuchtmittel entsprechend seinen Vorzügen eingesetzt werden kann, und suchte einfach-sinnvolle Anwendungen für eine kontextgerechte Integration des Leuchtmittels.

Die Umsetzung
Veronika begann mit dem LED-Band zu experimentieren. Sie analysierte das Leuchtmittel, ermittelte geeignete Materialien für die Leuchtfläche und spielte mit verschiedenen Kombinationen von Leuchtkörper und Leuchtfläche. Den Blick immer auch auf die industrielle Fertigung gerichtet, fand sie eine Lösung, den Transformator im Zentrum der Leuchte unterzubringen: Das zylinderförmige Gehäuse des Leuchtkörpers bietet Platz für sämtliche elektronischen Komponenten – eine reduzierte und sinnvolle Lösung, mit welcher die gestandene Designerin ihre gestalterische Expertise unter Beweis stellt. Während das von Schätti hergestellte Gehäuse auf die industrielle Fertigung ausgelegt ist, wurde die sanft gebogene, freistehende Leuchtfläche aus Acrylglas von Hand gefertigt und nachträglich satiniert und gewachst. Ihre Form ergibt Sinn: Dank der sanften Rundung kann sie ohne weitere Hilfsmittel stehen. «Die gebogene Fläche ermöglicht auch das Spiel mit der konvexen und konkaven Seite», führt Veronika aus. Die beiden Leuchtenteile schaffen einen eleganten Bezug zwischen Licht und Raum. Über die spielerische Interaktion eröffnet sich dem Betrachter ein einfacher Zugang zum Thema Licht und seiner poetisch-ästhetischen Natur.

Bild: Lorenz Cugini

Designerin
Veronika Gombert, 33
veronikagombert.com

Konzept
Jeden Monat präsentieren wir in unserer Rubrik Die zündende Idee eine Leuchte einer Schweizer Designerin. Das Starterkit ist für alle dasselbe: 5 m LED-Band und ein Transformator mit Stromanschluss. In der Ausführung sind keine Grenzen gesetzt. Es bleibt reichlich Raum für Neues, Gewagtes und Experimentelles.

Okro
Heinz Caflisch, Gründer vom Churer Label Okro, kuratierte die Auswahl der Designerinnen.
okro.com

Schätti
Der bekannte Schweizer Leuchtenhersteller stellt den Designerinnen einen hochwertigen Bausatz und sein Know-how zur Verfügung.
schaetti-leuchten.ch 

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