Sherylin Birth

Die Mode- und Schmuckdesignerin bringt filigrane Skulpturen aus glänzendem Messing zum Erleuchten.

Die Tessinerin wohnt in Lausanne, hat in Basel Mode studiert und betreibt seither ihren Schmuckbrand Sherylin – in der familieneigenen Werkstatt schmiedet sie markante Unikate. Ihre Entwürfe bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Schmuck und Mode, Handwerk und Material.

Bild: Lorenz Cugini

Das Konzept
Für die Designerin ist der handwerkliche Prozess zentral. Sie arbeitet mit weichen Metallen wie Kupfer, Messing oder Silber und gesteht dem Material Freiheiten zu: «Ich mag das Experiment und suche die Form im Prozess», erklärt Sherylin. Mit diesem Ansatz interpretiert sie das handwerkliche Erbe ihrer Familie neu. Dabei gestaltet sie gesamt-
heitlich, auch die Mode prägt ihren Brand – wenn auch vorerst noch dezent in der Inszenierung ihres Schmucks. Ihrem Auftritt hat sie gekonnt eine sinnlich-selbstbewusste Weiblichkeit verliehen. Ein Verweis darauf, dass im Familienbetrieb stets eine Frau geschäftsführend war. Für die zündende Idee hat Sherylin nun ihren Schmuck in leuchtende Metallskulpturen übersetzt.

Die Umsetzung
Die Beweglichkeit des Lichtmittels ergänzt sich perfekt mit Sherylins Formensprache. Das LED-Band schmiegt sich nahtlos in das organisch geformte Messingprofil. Die Herstellung der Leuchte war dennoch eine Herausforderung, wie sie erzählt: «Normalerweise arbeite ich nicht in diesen Dimensionen und mit diesen Materialstärken. Ich habe Zeit gebraucht, um das richtige Gespür für das Material zu finden.» Doch schliesslich bändigte Sherylin das Metallprofil und formte es zu einer faszinierend sanft gewundenen Schlaufe. Als Diffusor dient ein Streifen Naturseide, der mit milchigem Klebeband im Profil fixiert ist. Sogar den Stromanschluss hat die Designerin selbst ausgestaltet. Die feinen Kupferdrähte sind mit einem Mantel aus Seiden- und Leinenfäden in dezenten Farbtönen umhüllt. «Ich wollte ein Leuchtobjekt gestalten, das viele Ansichten bietet. Eine sanft-geschwungene Form, die man frei im Raum platzieren kann», erklärt die Tessinerin, «mal sieht man die Lichtpunkte weniger und die skulpturale Messinglinie ist von einem sanften Schein umgeben. In einer anderen Position schaut man direkt darauf – das sieht im Dunkeln sehr schön aus und betont den Glanz noch einmal zusätzlich», umschreibt Sherylin ihren Entwurf. Wir finden: Die glänzende Lichtskulptur gefällt!

Illustration: Helena Zingarella

Designerin
Sherylin Birth, 31
sherylin.ch

Konzept
Jeden Monat präsentieren wir in unserer Rubrik Die zündende Idee eine Leuchte einer Schweizer Designerin. Das Starterkit ist für alle dasselbe: 5 m LED-Band und ein Transformator mit Stromanschluss. In der Ausführung sind keine Grenzen gesetzt. Es bleibt reichlich Raum für Neues, Gewagtes und Experimentelles.

Okro
Heinz Caflisch, Gründer vom Churer Label Okro, kuratierte die Auswahl der Designerinnen.
okro.com

Schätti
Der bekannte Schweizer Leuchtenhersteller stellt den Designerinnen einen hochwertigen Bausatz und sein Know-how zur Verfügung.
schaetti-leuchten.ch

Neueste Artikel

Neu aufgelegt

Klassisch, zeitlos, unvergänglich: Kürzlich hat das Label Altherr und Altherr Re-Editionen lanciert. Es handelt sich dabei um den Entwurf...

«Es gibt gute und schlechte Patina»

Fabio Dubler, wir befinden uns gerade im Lager des Möbelhaus H100, es herrscht geschäftiges Treiben hier. Was passiert gerade? Seit...

Mondän, gemütlich, zeitgemäss

Ein schöner Sitz ist es geworden: Das Hotel Beausite in Zermatt macht seinem Namen wieder alle Ehre. Der charaktervolle...

Weitere Artikel