Radikal schön

Der Zürcher Künstler Adam Thompson versteht es, mit minimaler Formensprache maximale Wirkung zu erzeugen. Wir waren beim Kreativen im Atelier zu Besuch und sprachen mit ihm über seinen Werdegang und die neuesten Werke.

In der Zürcher Kunstszene ist der gebürtige Engländer Adam Thompson schon länger kein Unbekannter mehr. Ursprünglich als Grafiker tätig, entschied Thompson vor bald zehn Jahren, der visuellen Gestaltung den Rücken zu kehren, um sich ausschliesslich der Kunst zu widmen. «Bereits als Kind habe ich unglaublich viel gemalt und tat dies dann auch als Künstler. Irgendwann kam aber der Punkt, an dem ich an meine Grenzen stiess», erzählt Adam. Auf seine neuesten Werke deutend fügt er an: «Ich begann mich voll und ganz nur auf die Form zu konzentrieren und arbeitete dabei mit verschiedenen Materialien.»
Anfänglich arbeitete er mit Baustoffen aus dem Baumarkt und setzte sie in dezent gefärbte oder naturbelassene Holzfaserplatten ein. Die aktuelle Werkserie, die vor kurzem im Schauraum Multipleart gezeigt wurde, spielt mit der Reduktion der drei Kernelemente der Malerei: Form, Farbe und Textur. Die Formensprache Thompsons ist äusserst ästhetisch und präzise – eine Referenz an seine frühere Tätigkeit als Grafiker. Bunte, glänzend lackierte Formen werden in die Leinwand eingefasst, aber auch getrennt und separiert.

«Ich arbeitete ausschliesslich mit geformtem, lackiertem Aluminium, Leinwand und Holz», sagt Thompson und fügt an: «So entstehen skulptural-verblüffende Wandkompositionen.» Dass er ein gutes Gespür für Farbe und Komposition hat, beweisen die stimmigen Werke, die sowohl starke Kontraste wie Schwarz und Weiss, Dunkelblau und Rot zeigen – aber auch blasse Monotonie, die ihren ganz eigenen Reiz hat und die unterschiedlichen Texturen von lackiertem Metall und Baumwollstoff zelebriert. Auf die prägnanten Formen kommt der Künstler über das ständige Skizzieren. «Ich habe unzählige Skizzenbücher, in denen ich die perfekte Form für das nächste Werk suche und auch finde», lacht er. Seine aktuellen Kunstwerke könnten durchaus der konkreten Kunst zugeordnet werden. «Allerdings sind meine Einflüsse und Herangehensweise für Kompositionskonzepte verwurzelt in der amerikanischen abstrakten Kunst wie z. B. von Anne Truitt oder Richard Tuttle», sagt Thompson. Bereits arbeitet er an seinen nächsten Werken, die noch mehr den klassischen Rahmen eines Bildaufbaus sprengen und die Grenzen zwischen Malerei, abstrakter Kunst bis hin zu skulpturalen Bildern verwischen soll. Wir sind gespannt und empfehlen, bei Interesse einen Termin in seinem Atelier zu vereinbaren.
ajrthompson.com

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