Paula Caviezel

Aus einer Jugenderinnerung und dem Bedürfnis nach Flexibilität entstand eine sportliche Leuchte mit Spielwitz. 

Die Gestalterin Paula Caviezel hat in Luzern Objektdesign studiert. Die gelernte Augenoptikerin lebt und arbeitet in Chur.

Bild: Lorenz Cugini

Das Konzept
In ihrer gestalterischen Arbeit sucht Caviezel jeweils nach einem persönlichen Bezug. In diesem Fall fand sie diesen überraschenderweise in der Verpackung des Leuchtmittels. LED-Bänder werden üblicherweise auf flachen Plastikspulen konfektioniert. Die Spule weckte bei der Bündnerin spontan die Assoziation zum Geräteturnen in ihrer Jugendzeit. Die allseits bekannten Rollmeter in den flachen runden Gehäusen waren dort omnipräsent. So kam Caviezel die Idee vom «Licht auf Mass». Eine Leuchte, die sich beliebig abrollen lässt und sich damit an situative Bedürfnisse anpasst. Dieser Ansatz faszinierte sie, da sie selbst an verschiedensten Orten arbeitet – oft ohne passende Beleuchtung. «Eine Leuchte, die sich einfach montieren lässt und auf unterschiedlichste Arten Licht spenden kann, scheint mir sinnvoll», hält sie fest.

Bild: Lorenz Cugini

Die Umsetzung
Mit der Grundidee einer flexiblen Arbeitsleuchte startete Caviezel in ihren Gestaltungsprozess. Sie liess sich nicht nur vom Rollmeter inspirieren, sondern entschied auch gleich, das runde Gehäuse für ihre Leuchte zu übernehmen. Ein einfacher, doch sehr treffender Gestaltungsansatz. Das Massband ersetzte sie durch ein Lichtband, welches beliebig und nach Bedarf ausgezogen werden kann. «Mir ist wichtig, dass der Nutzer im Umgang mit einem von mir gestalteten Produkt seine eigene Ästhetik finden kann. Ich will niemanden bevormunden, sondern vielmehr die Möglichkeit bieten, in einen Dialog mit dem Objekt zu treten», erzählt Caviezel. Die wandelbare Funktion definierte schliesslich auch den Prozess der Ausgestaltung. Mit möglichst reduzierten Eingriffen hat die Gestalterin die Leuchte mit Aufhängungen und Halterungen versehen: Die ursprüngliche Drahthalterung am Ende des Massbandes übernahm sie kurzerhand, ein schlichter Bügel aus Messing auf der Rückseite des Gehäuses dient zugleich als Wandaufhängung und Standfuss. Eine Idee, die klar und verständlich ausgestaltet ist. Ohne Ausschweifungen wird der Zweck auf den Punkt gebracht. Die entstandene Leuchte ist auf ein Minimum reduziert, ohne dass dabei Funktionalität und Spielwitz verloren gehen.

Bild: Lorenz Cugini

Designerin
Paula Caviezel, 27
instagram.com/pavxel

Konzept
Jeden Monat präsentieren wir in unserer Rubrik Die zündende Idee eine Leuchte einer Schweizer Designerin. Das Starterkit ist für alle dasselbe: 5 m LED-Band und ein Transformator mit Stromanschluss. In der Ausführung sind keine Grenzen gesetzt. Es bleibt reichlich Raum für Neues, Gewagtes und Experimentelles.

Okro
Heinz Caflisch, Gründer vom Churer Label Okro, kuratierte die Auswahl der Designerinnen.
okro.com

Schätti
Der bekannte Schweizer Leuchtenhersteller stellt den Designerinnen einen hochwertigen Bausatz und sein Know-how zur Verfügung.
schaetti-leuchten.ch

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