Josefina Muñoz

Bild: Lorenz Cugini

Ein bekanntes Spielzeug diente als Inspiration für den eigenwilligen Leuchtenentwurf der
argentinischen Gestalterin.

Josefina stammt aus Buenos Aires, hat in Barcelona und Lausanne Design studiert und ist seit 2015 als freischaffende Gestalterin in Genf tätig. Sie interessiert sich für handwerkliche Herstellungsprozesse und mag natürliche Materialien wie Stein oder Keramik. «Ich suche nach Lösungen, die das Material für sich selbst sprechen lassen», beschreibt sie ihre gestalterische Arbeit.

Das Konzept
Bei der Entwicklung ihrer Leuchte ist die Gestalterin von der Flexibilität des LED-Bands ausgegangen. Sie wollte bewusst mit der strengen, geradlinigen Anwendung des Leuchtmittels brechen und suchte nach einer flexiblen, zufälligen Wirkung. Dabei musste sie an den Treppenläufer denken, ein Spielzeug, das in den 90er-Jahren populär war. Die Unberechenbarkeit der Metallspirale lieferte die Inspiration für ein verspieltes und wandelbares Objekt. Diese paarte Josefina mit der Idee der sanften Lichtstimmung einer japanischen Akarileuchte.

Die Umsetzung
Mit diesen Rahmenbedingungen machte sich die Designerin an die Fertigung ihrer Leuchte. Für die Konstruktion des schlauchförmigen Lampenschirms wickelte Josefina einen Metalldraht zu einer Spule auf und bezog das spiralförmige Gerippe beidseitig mit Kreppband. Das entstandene Papierrohr windet und verdreht sich zu eigenwilligen Formen und bildet üppige, asymmetrische Gestalten. Trotz seiner leichten Bauweise vermittelt der Leuchtkörper formal eine stattliche Präsenz. «Ich mag unkonventionelle, unförmige Körper», sagt sie und führt aus, dass Volumen und skulpturale Wirkung eine wichtige Rolle spielen in ihrer Gestaltung. Beim Entwurf hat sie eine technische Wirkung bewusst vermieden. Die verwendeten Materialien bringen dies zum Ausdruck. Im Gussfuss zeigt sich zudem ihre Vorliebe für schwere, mineralische Stoffe. Der Betonzylinder gibt der federnden Papierröhre Standhaftigkeit und Halt. Das Gewicht des Sockels verleiht der Leuchte zudem einen faszinierenden formalen Kontrast. Josefinas Entwurf zeichnet sich aus durch eine klare Idee, die ihren Gestaltungsprozess prägte. Mit der behutsamen handwerklichen Umsetzung in unscheinbaren Materialien hat die Gestalterin ein bestechend simples Objekt erschaffen. Dank dieser Einfachheit überrascht der skulpturale Leuchtkörper mit seiner verspielten Eigenwilligkeit.

Designerin
Josefina Muñoz, 34
josefinamunoz.ch

Konzept
Jeden Monat präsentieren wir in unserer Rubrik Die zündende Idee eine Leuchte einer Schweizer Designerin. Das Starterkit ist für alle dasselbe: 5 m LED-Band und ein Transformator mit Stromanschluss. In der Ausführung sind keine Grenzen gesetzt. Es bleibt reichlich Raum für Neues, Gewagtes und Experimentelles.

Okro
Heinz Caflisch, Gründer vom Churer Label Okro, kuratierte die Auswahl der Designerinnen.
okro.com

Schätti
Der bekannte Schweizer Leuchtenhersteller stellt den Designerinnen einen hochwertigen Bausatz und sein Know-how zur Verfügung.
schaetti-leuchten.ch

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