Da ist der Wurm drin

Je digitalisierter der Alltag, desto stärker der Drang zur Natur. Diese simple Gleichung erklärt einen Teil des Erfolgs des Zürcher Start-ups Worm Up, das Wurmkompostieren trendy macht. Das Erfolgsgeheimnis des jungen Labels liegt vor allem in der Kombination von sympathischen Macherinnen, fleissigen Würmern und einer cleveren Idee, die sich stetig weiterentwickelt.

Unweit vom Zürcher Stadion Letzigrund befindet sich das Atelier von Worm Up. Unter dem Dach eines alten Industriegebäudes arbeitet das mittlerweile sechsköpfige Team fleissig daran, ein Stück Kreislaufwirtschaft in unseren Alltag zu bringen. Angefangen hat alles 2014, als das Gründungsteam, ursprünglich aus vier Jungs bestehend, zusammenfand und mit dem Namen Worm Up den ersten Preis beim Start-up-Weekend an der Zürcher Hochschule der Künste gewann. Zusammen entwickelten sie den formschönen Wurmkomposter «Home» – für die Medien ein gefundenes Fressen. 2015 stiess Sarah Steiner zum Gründungsteam hinzu und erklärt sich den Erfolg rückblickend so: «Neu war, dass wir ein Wurmkompostierungssystem aus natürlichen Materialien entwickelt hatten, das aufgrund seines ansprechenden Designs das Kompostieren im urbanen Haushalt salonfähig machte.» Via Crowdfunding wurden erste Kunden akquiriert und die Produktion des Wurmkomposters aus Ton gestartet. Das war 2016.

Anfang 2017 konnten die ersten Tongefässe ausgeliefert und die Produktionsschritte kontinuierlich verbessert werden. «Wurmkompostierung ist einfach und auch für totale Kompostier-Laien gut erlernbar. Wer sich einen ‹Home› anschafft, sollte sich allerdings überlegen, ob der eigene Lebensstil dazu passt. Zu Vielreisenden oder Personen, die oft auswärts essen, passt ein Wurmkomposter eher weniger», gibt Sarah zu bedenken. Schliesslich schafft man sich mit dem Kauf ca. 1000 Würmer an, mit denen man fortan in der Küche oder auf dem Balkon zusammenlebt. Hält man sich an die Anleitungen, steht einem symbiotischen Zusammenleben mit den Regenwürmern und dem einfachen Recycling von Küchenabfällen nichts im Weg. Aus Rüstabfällen, Kaffee- und Teesatz, alten Blumensträussen und anderen organischen Haushaltsabfällen produzieren die Würmer Biodünger in Form von frischem Humus. «Nach etwa sechs Monaten kann der Humus geerntet und bei Topfpflanzen oder im Gemüsebeet als hochwertiger Biodünger eingesetzt werden», erzählt Sarah weiter. Sie selbst bewirtschaftet seit mehreren Jahren einen Stadtgarten, in dem sie Gemüse anpflanzt und die natürlichen Erträge des Wurmkomposters testet. «Pflanzen lieben Wurmkompost: Rosen und Tomaten sieht man den Gebrauch direkt an, sie wachsen gesünder und üppiger», erzählt sie lachend.

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Wort
Benjamin Moser

Bild
Roshan Adhihetty

Worm Up
Jedes Jahr landen in der Schweiz über 500 000 Tonnen Bioabfall im Müll. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, produziert das Zürcher Start-up Worm Up hochwertige Wurmkompostierungssysteme für Haushalte und Gemeinschaften. Der Bioabfall wird mithilfe von Würmern bequem und geruchlos zu einem nährstoffreichen Biodünger recycelt. Naturkreisläufe werden so in urbanen Gebieten geschlossen.
wormup.ch 

 

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