Ein Stuhl muss bequem sein, sonst verdient er es nicht als Stuhl bezeichnet zu werden. Davon ist Antonio Citterio überzeugt.

Bild: Gianluca di Loia

Der italienische Architekt und Designer Antonio Citterio hat dieses Jahr erstmals mit Knoll zusammengearbeitet. Für das 1938 gegründete amerikanische Unternehmen mit Sitz in East Greenville, Pennsylvania, hat er eine Kollektion entworfen, die neben Stühlen auch Sessel, Sofas, Chaiselongues, Bänke und Tische umfasst.

Ihre Kollektion für Knoll nennt sich «Klismos» – die griechische Bezeichnung für Stuhl. Was muss ein Stuhl erfüllen?
Ein Stuhl muss in erster Linie bequem sein. Dabei geht es darum, die Balance zu halten zwischen Funktion und Form und sich auf das Essenzielle zu begrenzen. Ein Stuhl ist nun mal ein Stuhl und nichts anderes. Wenn der Stuhl nicht bequem ist, dann verdient er es nicht Stuhl genannt zu werden. Der Wiedererkennungseffekt, die offensichtliche Handschrift – das interessiert mich alles nicht. Ich freue mich, wenn meine Möbel ausgewählt werden, weil sie für sich stehen. Und nicht weil sie von mir sind.

Wie erzielen Sie einen angenehmen Sitzkomfort, der mit hohen ästhetischen Anforderungen einhergeht?
Durch Recherche und Arbeit. Der Stuhl «Klismos» verfügt über eine Rückenlehne, die mit den Armlehnen verbunden ist. Dies ermöglicht ein entspanntes Sitzen in unterschiedlichen Positionen. Zusammen mit Knoll haben wir an einer Serie von Prototypen gefeilt, bei denen wir Komfort und Robustheit ausgetestet haben. Um ein Gleichgewicht zwischen Komfort und Ästhetik zu erreichen, geht es darum, jegliche Banalität zu vermeiden. Denn ich bin überzeugt, dass Stühle einfach funktional sein müssen. Jedes Mal, wenn ich versucht habe, einem Detail besonderes Gewicht beizumessen, war es stets zu viel. Die Dinge müssen spontan entstehen und sich in der Folge bei der Arbeit im Team entwickeln.

Wie lässt sich die Serie «Klismos» mit anderen Produkten von Knoll kombinieren?
«Klismos» ergänzt sich ideal mit Klassikern von Knoll. Um die Serie zu vervollständigen, habe ich eine Reihe von Tischen entwickelt, die ganz der Maxime «less is more» verpflichtet sind.

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