Ausgezeichnete Berner

Der diesjährige Berner Design Preis geht an das Schriftenlabel Binnenland. Eine klare Haltung und gute Lesbarkeit sind prägende Merkmale für den Stil der Gestalter Michael Mischler und Nik Thoenen.

Bild: Simon von Gunten

Alle zwei Jahre verleiht die Berner Design Stiftung den mit 15 000 Franken dotierten Berner Design Preis. Damit würdigt sie arrivierte Designerinnen und Designer, die mit ihrer eigenständigen Formgebung, ihrer ästhetischen Haltung und ihrem technischen Wissen die Designszene bereichern. Der Preis wurde dieses Jahr bereits das zehnte Mal verliehen und ging an Michael Mischler und Nik Thoenen mit ihrem 2007 gegründeten Label Binnenland. Die beiden Designer entwerfen Schriften für ihre eigenen grafischen Aufträge, aber auch aus reiner Lust an Buchstaben. Zudem entwickeln oder modifizieren sie Hausschriften, wie zum Beispiel für die italienische Architekturzeitschrift Domus.

Bild: Simon von Gunten

Es ist ein grundlegendes Bedürfnis von Binnenland, sich mit Sprache, Kommunikation, Gestaltung und Typografie auseinanderzusetzen. Neben individuellen und personalisierten Schriftentwürfen, die in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Auftraggebern entstehen, liegt der Schwerpunkt der individuellen Gestaltungsarbeit vor allem im Editorial-Design, wo auch die Typografie ein zentrales Anliegen ist. Das Duo sieht die Arbeit an Buchstaben als Grundlagenforschung für ihre Grafik. «Uns interessiert die Studie an der Schrift», sagt Mischler, der in einem ehemaligen Fabrikgebäude im Westen von Bern arbeitet. Nik Thoenen lebt und arbeitet in Wien. Die Zusammenarbeit auf Distanz funktioniert gut. «Schrift eignet sich dafür», sagt Thoenen. «Während Grafikprojekte oft komplex sind, haben Buchstaben einfache Parameter, sind formal reduziert, schwarz-weiss. Das digitale Herumreichen der kleinen Dokumente geht problemlos.»

Bild: Luzi Gantenbein

Meret Mangold, Geschäftsleiterin der Berner Design Stiftung sagt zur Wahl von Binnenland: «Binnenland bringen nicht nur neue Schriften auf den Markt, sondern rücken mit ihrem Gespür Architektur und Grafik näher zusammen. Sie prägen damit in der Signaletik massgeblich auch den öffentlichen Raum. Mit ihrer kontinuierlichen Tätigkeit in Arbeit und Lehre beeinflussen sie das gegenwärtige und zukünftige Berner Designschaffen nachhaltig und facettenreich.» Bisherige Preisträgerinnen des Berner Design Preises waren unter anderem Hans Eichenberger, Adrian Frutiger, Büro Destruct, Atelier Oï, Uli Huber und Margareta Daepp.

Den ganzen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 05-23 der Wohnrevue.

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