So riechen Ferien

«Dass ich bei diesem Projekt sogar die Möbel entwerfen durfte, fand ich wahnsinnig aufregend», erzählt uns Cristina Bellucci euphorisch in einem Gespräch über ihr Bauprojekt in Flims. Für den Innenausbau der Ferienwohnung bekam sie von den Auftraggebern völlig freie Hand. Eine Carte blanche sozusagen. Die Vorgaben des deutschen Paars beschränkten sich lediglich auf zwei Punkte, formuliert in einem knappen Satz: «Das Budget liegt bei 250 000 Franken, vor Weihnachten wollen wir einziehen.» Bam! Das nennt man Traumauftrag. «Die ­Bauherren waren wirklich unglaublich offen für meine Ideen», betont die junge Architektin noch einmal nachdrücklich.

Das Feriendomizil liegt – abseits des Durchgangsverkehrs – etwas oberhalb vom Flimser Dorfzentrum. Entsprechend hat man von dort einen traumhaften Blick auf die Ortschaft und das Bündner Umland. Gekauft hatte das Bauherrenpaar die Wohnung im Edelrohbau – 125 m2, die sich auf zwei Ebenen verteilen. Dazu gehören: ein Entrée mit Bibliothek und Sauna, ein offener Wohnbereich mit Küche und Essplatz, ein Schlafzimmer sowie eine Galerie mit Arbeitsplatz beziehungsweise Gästebereich.  

Besonders prägnant sind die Wände und Decken, die aus Sandwichpaneelen mit Sichtholz bestehen und bereits im Rohbau vorhanden waren. Wie Sommersprossen auf einem Gesicht verteilen sich die charakteristischen Asteinschlüsse über die gesamte Fläche. Für ein ruhigeres Erscheinungsbild hätte das Lärchenholz auch verputzt werden können, aber man entschied sich bewusst für eine lebendige Struktur, die Natürlichkeit ausstrahlt. «Damit die Räume aber nicht allzu holzig wirken, wollte ich dem Ganzen ein anderes Material entgegensetzen», räumt Cristina Bellucci ein, die an der ETH bei Peter Märkli studiert hat und vor fünf Jahren als eine der Besten ihres Jahrgangs den Master abschloss.

Mehr über das Projekt erfahren Sie in der Februarausgabe der Wohnrevue. Hier bestellen.

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Susanne Lieber

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Douglas Mandry
Zur Person
Die Architektin Cristina Bellucci studierte 2007–2013 an der ETH Zürich. Im Rahmen ihres Studiums absolvierte sie ein Praktikum bei Valerio Olgiati in Flims und ging für ein Austauschsemester nach São Paulo, Brasilien. Seit 2016 führt sie ihr eigenes Architekturbüro in Zürich.
cristinabellucci.ch

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Susanne Lieber

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Douglas Mandry
Manchmal geht die ­Gestaltung einer ­Wohnung über optische und ­haptische Aspekte ­hinaus. Ein Beispiel aus Flims.

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