Durchstarter und Designgrössen

Filipe & Viricel

Dimitri Nassisi

Durchstarter und Designgrössen

Schweizer Designpreise

Das Bundesamt für Kultur zeichnet jährlich Nachwuchstalente mit Schweizer Designpreisen aus. Wir zeigen die ­Gewinner aus dem ­Bereich Produktdesign und drei ­gestandene ­Gestalter, die für ihr herausragendes Gesamtwerk geehrt wurden.

Schön geformt
Das Designstudio Filipe & Viricel wurde von Micael Filipe (links im Bild) und Romain Viricel gegründet. Beide studierten Industriedesign an der Ecal und sammelten erste Erfahrungen bei renommierten Designern. So war Micael Projektassistent bei Big-Game in Lausanne und arbeitet nun bei Jasper Morrison in London. Romain hingegen arbeitete bei Jörg Boner und eröffnete 2017 sein eigenes Studio in Lyon. Die Jury lobte  ihren Entwurf, den «Midi Chair», für die hohe gestalterische Qualität und für die gelungene Neuinterpretation des Kunststoffstuhls. Ein Objekt, das eine reiche Traditionsgeschichte hat und vom Designerduo zeitgemäss weiterentwickelt wurde.
filipeviricel.com

Smart auf allen Ebenen
Hat gerade eben den Bachelor in der Tasche und wurde bereits ausgezeichnet: Dimitri Nassisi. Der Jungdesigner schloss letzten Sommer sein Studium an der Ecal ab und arbeitet momentan als Freelancer für das Lausanner Designstudio Big-Game. Mit «The Drinking Hydrant» will er ein bestehendes System überarbeiten und für alle zugänglich machen. Die Idee dahinter ist simpel: Man nehme einen einfachen Hydranten und füge einen Trinkbrunnen hinzu – und prompt entsteht eine Erfrischungsgelegenheit für Mensch und Tier. Mit seinem Entwurf will Dimitri zum verantwortungsvollen Konsum von Trinkwasser anregen und darauf aufmerksam machen, dass selbst in entwickelten Ländern ein frei zugängliches Netz von Trinkbrunnen noch keine Selbstverständlichkeit ist. Obwohl es, wie sein Projekt zeigt, gar nicht so schwierig wäre.
dimitrinassisi.com

Egli Studio

Julie Richoz

Industrielles Bijou
«Easy Aluminium» wurde von Yann Mathys und Thibault Dussex entwickelt, die 2014 gemeinsam das Egli Studio ins Leben riefen. Ihre Entwürfe waren bereits an diversen internationalen Möbelmessen z. B. in Mailand und Köln zu sehen. Das Projekt besteht aus einem ästhetischen Tisch- und Banksystem aus Aluminium für den Outdoorbereich. Kernstück des Entwurfs ist ein äusserst flexibles Verbindungsstück, das viele verschiedene Grössen ermöglicht. Gemäss Jury ist «Easy Aluminium» eine intelligente, zeitgemässe industrielle Umsetzung einer Produktidee. Das Projekt zeigt zudem, dass die beiden Talente ein hohes Wissen bezüglich Produktion und Vertrieb besitzen.
eglistudio.com

Aus Liebe zum Handwerk
In der hiesigen Designszene ist Julie Richoz schon lange keine Unbekannte mehr. In den letzten Jahren setzte sie sich mit Handwerkstechniken diverser Regionen auseinander und versuchte, diese mit modernem Produktdesign zu kombinieren. Vier Erzeugnisse wurden ausgezeichnet, darunter «Palma» (Bild links). Die Raumteiler aus gewebten Palmblättern entwickelte sie im Rahmen eines zweimonatigen Aufenthalts in der vom Architekten Tadao Ando entworfenen Casa Wabi in Mexiko. Ebenfalls ausgezeichnet wurde «Binaire» (Bild rechts), eine Kollektion von Teppichen, die aus Naturfasern bestehen und in der Manufacture de Cogolin in Südfrankreich handgefertigt wurden.
julierichoz.com