Fraubrunnen AG hält an Schweizer Produktionsstandort fest
Trotz der rauhen Marktgegebenheiten hält die Fraubrunnen AG, führende industrielle Herstellerin von designorientierten Wohn- und Schlafraummöbeln, am Schweizer Standort fest. Mit neuen, innovativen Ideen zum diesjährigen 100-Jahr-Jubiläum will das Traditionsunternehmen Marktanteile gewinnen.
„Wir wollen unsere Marke mit unserem neuen Label ‚Swiss Made + Design‘ in den Märkten in Verbindung mit anspruchsvollem Design und technischen Innovationen auf- und ausbauen.“ Silvia Bürki, die zusammen mit Christoph Lengacher die Co-Geschäftsführung der Fraubrunnen AG innehat, äussert sich zukunftsorientiert optimistisch. „Wir wollen Marktanteile gewinnen – im Schweizer Markt mit Weiterentwicklungen und neuen Produkten sowie im Export mit der Akquisition neuer Kunden und dem Aufbau neuer Märkte “.
Die Co-Geschäftsführung weiss aber auch, dass ein rauher Wind in der Möbelbranche und Möbelindustrie herrscht. Die Fraubrunnen AG kämpft sowohl im ausländischen wie inländischen Markt. Als Folge des tiefen Eurokurses verdrängen die günstigeren Importmöbel aus dem Euroraum immer mehr die in der Schweiz hergestellten Möbel. Beim Export wirkt sich der schwache Eurokurs ebenfalls negativ aus. So musste das Unternehmen in mehreren Schritten die Europreise erhöhen wodurch die Konkurrenzfähigkeit erschwert wird. Der sich im Aufbau befindende Export beträgt zur Zeit 10%.
2011 erreichte die Fraubrunnen AG einen Umsatz von 15 Millionen Franken, 55 Prozent mit Wohnraum-Möbelsystemen und 45 Prozent im Schlafraum-Bereich. In diesem Jahr hofft das KMU, trotz der schwierigen Marktsituation, das Vorjahresresultat wieder erreichen zu können.
USB-Anschluss im Nachttischchen
Trotz der rauhen Gegebenheiten beabsichtigt die Firma, weiterhin im bernischen Fraubrunnen zu produzieren. Das Unternehmen legt grossen Wert darauf, eine perfekte Verbindung von anspruchsvollem Design, Funktionalität und innovativer Technologie zu schaffen. Die neuste umgesetzte Idee in diesem Jahr ist die Lancierung eines Schwebe-Betts und eines Schwebe-Nachttischs, letzteres mit integriertem USB-Anschluss zum Aufladen von Handy oder iPod beispielsweise. Was darf man sich unter einem Schwebe-Bett denn vorstellen? Die Bettfüsse sind durch einen zurückgesetzten Fussrahmen ersetzt und somit nicht sichtbar. Dazu bringt die Fraubrunnen AG ein im Design abgestimmtes Bettkopfteil auf den Markt, welches u.a. mit Stoffen von Création Baumann (Langenthal) angeboten wird.
Die Fraubrunnen AG legt grossen Wert auf individuelle Planungsmöglichkeiten sowie auf Variantenvielfalt. Ihre Stärken liegen in der grossen Auswahl an Funktionen, Farben und Materialisierungen, welche einzigartige Einrichtungslösungen ermöglichen.
Dass innovative Ideen in schlechteren Zeiten durchaus zurück auf die Erfolgsstrasse führen (können), zeigt ein Blick in die 100jährige Firmengeschichte des Unternehmens (siehe auch Kasten): Auf die Rezession in den 90er-Jahren beispielsweise reagierte man mit einer völlig neuen, modernen Produktstrategie.
„Qualität, Innovation und langjährige Erfahrung gehören zu unserem Erfolgskonzept, und das wird auch in Zukunft so bleiben“, verrät der Besitzer und Verwaltungsratspräsident Werner Hofer Girard.
Kurzgeschichte und –portrait der Fraubrunnen AG:
Tradition und Innovation
1912, in einer Schreinerei mit integriertem Haushaltswarenladen in Fraubrunnen, gründeten Ernst Heiniger und Friedrich Nyffeler eine Möbelwerkstatt. Aus dieser ging später eine Kollektivgesellschaft und 1938 die heutige Fraubrunnen AG hervor. Seit 1986 ist das Unternehmen in Besitz von Werner Hofer-Girard, der heute als Verwaltungsratspräsident tätig ist. In den 80er Jahren geriet die Möbelindustrie in Bedrängnis durch massive Konkurrenz aus dem europäischen Raum. Man wagte bei Fraubrunnen den Schritt weg von Massivholz-Möbel hin zu modernen, innovativen Möbel in Furnier und Lacken. Die designorientierte Produktstrategie wurde 2003 eingeschlagen – unterstützt durch modernste Industrieanlagen. Heute lanciert das Unternehmen alle ein bis zwei Jahre eine neue Kollektion. Dabei wird grossen Wert auf schlichtes Design in Verbindung mit Innovation und Funktion gelegt. Als zweites Standbein ist die Fraubrunnen AG im Objektbereich tätig. Die Produktionsanlagen in Fraubrunnen sind auf neustem Stand der Technik. Die Kernkompetenzen liegen in der CNC-Komplettbearbeitung, in der Kantenbearbeitung, im Furnieren sowie in der Oberflächenveredelung. Fraubrunnen ist ein kompetenter Partner auch für hochwertige Lackierarbeiten für exklusive Objekte.
Von der Entwicklung bis zur Auslieferung entstehen die Einrichtungssysteme und Einzelmöbel, welche ausschliesslich in ausgewählten Einrichtungshäusern in der Schweiz, Deutschland, Holland und Belgien erhältlich sind, unter einem Dach. Die 78 Mitarbeitenden (60 in der Produktion/18 in der Verwaltung) engagieren sich für schonende Produktionsverfahren. Sie verarbeiten als Rohstoff für ihre Möbel FSC-zertifizierte Hölzer und Platten. Auf die Verwendung von Tropenhölzern wird bewusst verzichtet, die Oberflächenveredelung erfolgt mit Wasserlacken und Wasserbeizen. Der Strom wird seit Mitte 2011 zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie (Wasserkraft) bezogen und die Raum- und Prozesswärme wird durch eine Holzschnitzelfeuerung erzeugt, welche die CO2-Bilanz nicht belastet.